Taxi-Fahrer macht klar: "Es geht um unsere Arbeitsplätze!"

Dresden - Wer Mittwoch ein Taxi brauchte, hatte es schwer: Laut hupend fuhren Dresdens Taxifahrer im Korso zwischen 8 und 10 Uhr durch die Stadt. Sie beteiligten sich an einer bundesweiten Protestaktion gegen die vom Bundesverkehrsministerium geplante Liberalisierung des Marktes.

Taxi-Fahrer Alex Noack (42) organisierte das Korso in Dresden.
Taxi-Fahrer Alex Noack (42) organisierte das Korso in Dresden.  © Steffen Füssel

"164 Taxis aus Dresden und dem Umland haben mitgemacht", freut sich Organisator Alex Noack (42), der selbst leidenschaftlicher Chauffeur ist und seit 1999 Taxi fährt. "Wir hoffen, dass wir laut genug waren und unser Protest Gehör findet. Es geht um unsere Arbeitsplätze."

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (44, CSU) plant, den Fahrdienstmarkt zu öffnen.

Für Mobilitätsdienstleister wie Uber, Moia und andere würden damit wesentliche Auflagen entfallen. Die Taxi-Fahrer bekämen Konkurrenz. Doch es geht auch um Qualität: "Wenn die Personalbeförderungsscheine wegfallen, enden wir im Kamikaze-Verkehr", so Noack.

Er und seine Taxi-Kollegen verfügen über eine Ortskundeprüfung und haben die Pflicht, ihre Kunden auf kürzestem Weg zum Ziel zu bringen.

Mitten durch die Stadt hupte sich die Kolonne.
Mitten durch die Stadt hupte sich die Kolonne.  © Steffen Füssel

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (45, SPD) sagt zwar: "Ich stehe an der Seite der Taxifahrer", hält jedoch generell eine "neue Flexibilität im Taxigewerbe" für "wünschenswert", wenn der Schutz der derzeitigen Arbeitnehmerrechte gesichert ist.

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen (BZP) hatte Fahrer in rund 30 deutschen Städten zu Protestaktionen aufgerufen. Mittwoch Nachmittag trafen sich mehrere Tausend Taxis aus dem gesamten Bundesgebiet außerdem zu einer Sternfahrt zum Brandenburger Tor.

Ein Chauffeur-Unternehmen in Dresden freute sich: Bei 8x8 hatte man sich auf den Ansturm eingestellt! "Alle Autos waren unterwegs", so Geschäftsführer Enrico Steinbrückner (52).

Es geht um Arbeitsplätze und Qualität.
Es geht um Arbeitsplätze und Qualität.  © Steffen Füssel
164 Taxis machten beim Dresdner Hubkonzert mit.
164 Taxis machten beim Dresdner Hubkonzert mit.  © Steffen Füssel

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