Darum schimpfen Taxifahrer auf Dresden

Dresden - Taxis gehören wie Busse und Bahnen zum ÖPNV. Viele kranke und ältere Dresdner sind auf die Fahrdienste angewiesen.

Bis hierhin und nicht weiter: Fährt Taxifahrer Alexander Noack (43) seine Gäste wie gewünscht bis vor das Hotel gegenüber der Kreuzkirche, riskiert er Knöllchen.
Bis hierhin und nicht weiter: Fährt Taxifahrer Alexander Noack (43) seine Gäste wie gewünscht bis vor das Hotel gegenüber der Kreuzkirche, riskiert er Knöllchen.  © Norbert Neumann

Die Bedingungen für den Taxi-Verkehr in der Stadt sind jedoch mies, bemängeln Fahrer.

Es geht noch nicht mal um die schlimmen Holperpisten auf wichtigen Verkehrsachsen wie Stauffenbergallee oder Königsbrücker Straße, die für die Taxi-Unternehmen höheren Verschleiß und Kosten bedeuten.

Ärgerlicher sind die kaum vorhandenen Sonderregelungen im Straßenverkehr. "Dresden ist eine unfreundliche Stadt für Taxis", bedauert Alexander Noack (43).

Der Taxifahrer kritisiert zwei grundsätzliche Probleme: "Wir dürfen Fußgängerzonen nicht befahren. So kommen wir an viele Ziele nicht heran. Wir haben aber sehr viele Transporte von Tür zu Tür, wo das wichtig ist. Etwa für Gehbehinderte oder Senioren mit Rollator."

Bringen die Fahrer ihre Kunden dennoch ans Ziel, drohen Bußgelder. "Ich selbst habe bereits zwei Knöllchen am Altmarkt erhalten, weil ich für den Gast kurz bis zum Hoteleingang gefahren bin."

Taxigenossenschaft sucht Gespräch mit Stadtverwaltung

Erlaubt: Am Schillerplatz dürfen Taxifahrer wie Busse und Bahnen durch die Loschwitzer Straße fahren. Eine der wenigen Ausnahmen im Stadtgebiet.
Erlaubt: Am Schillerplatz dürfen Taxifahrer wie Busse und Bahnen durch die Loschwitzer Straße fahren. Eine der wenigen Ausnahmen im Stadtgebiet.  © Norbert Neumann

Unverständlich sind aus Sicht der Taxifahrer auch die Durchfahrtsverbote auf Bus- oder Bahnspuren, etwa an der gerade erst fertiggestellten Kesselsdorfer Straße.

"Am Schillerplatz ist es erlaubt und funktioniert bestens", sagt Noack. "Warum werden Gleiskörper wie an der Wilsdruffer oder Leipziger Straße nicht freigegeben? Wenn wir dort im Stau stehen, fragen das auch Fahrgäste, die es so aus anderen Städten kennen."

Damit steigt neben dem Fahrpreis auch der Frust. Auch Taxi-Unternehmen verdienen besser, je mehr Gäste sie befördern.

"Wir sind ein Teil des ÖPNV. So sollte uns auch die Stadtverwaltung wahrnehmen und die Verkehrsbedingungen für uns verbessern", fordert Jan Kepper (43), Chef der Dresdner Taxigenossenschaft (460 Fahrzeuge).

Stadtsprecher Kai Schulz (45): "Die Verwaltung kommt gerne dazu mit der Genossenschaft ins Gespräch, wenn diese auch bereit ist, unsere Erwartungen ernstzunehmen, insbesondere was die Freundlichkeit und Offenheit der Taxifahrer gegenüber internationalen Gästen betrifft."

Noack fährt seit 1999 Taxi. Er kritisiert die Verkehrs-Bedingungen in der Stadt.
Noack fährt seit 1999 Taxi. Er kritisiert die Verkehrs-Bedingungen in der Stadt.  © Norbert Neumann

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