Teichwirtschaften betteln um Regen: Notabfischungen in der Lausitz

Görlitz - Das Wasser reicht einfach nicht mehr aus: Dienstag musste Teichwirt Amin Kittner (50) seinen ersten Teich im Landkreis Görlitz abfischen. Nicht, weil es an der Zeit war, sondern wegen der Dürre. Nicht nur wegen der Arbeit eine schwere Belastung.

Am frühen Morgen mussten Dienstag alle Fische aus dem Teich geholt werden.
Am frühen Morgen mussten Dienstag alle Fische aus dem Teich geholt werden.  © Danilo Dittrich

"An der tiefsten Stelle war das Wasser im Margaretenteich bei Quitzdorf in der Lausitz nur noch 50 Zentimeter tief", so Kittner. "Wir hatten am Montagabend entschieden am nächsten Tag abzufischen."

Zwölf Mann rückten aus, holten rund zwei Tonnen aus Karpfen aus dem Gewässer. "Unter optimalen Bedingungen bekommt man hier bis zu vier Tonnen raus", so der Fischer.

Optimal ist dieses Jahr aber nicht viel, denn er ist nicht der einzige der abfischen muss: "Es versuchen sehr viele jetzt Karpfen zu verkaufen", so Kittner. "Das kann den Preis drücken. Auch viele Angelvereine kaufen jetzt keine Fische, weil auch ihre Teiche zu wenig Wasser haben."

Der Lausitzer fürchtet, dass es nicht der letzte seiner 46 Teiche war, der abgefischt werden muss. "Bei zwei Drittel meiner Teiche sieht es derzeit kritisch aus", sagt er. "Es muss dringend wieder regnen!"

Der Deutsche Wetterdienst macht ihm da keine Hoffnung: "Es bleibt weiterhin warm und trocken", sagt Meteorologe Jens Oehmichen (50).

"Am Freitag besteht in der Lausitz die Chance auf ein Gewitter, aber auch das wäre nur punktuell und zieht an einigen Orten vorbei."

Rund zwei Tonnen Fisch mussten notabgefischt werden.
Rund zwei Tonnen Fisch mussten notabgefischt werden.  © Danilo Dittrich

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