Ein tödlicher Messerstich und ein betrunkener Zeuge

Erst im Februar bekam Bogdan K. (59) Bewährung, weil er seinen Nachbarn vermöbelte. Vierzehn Tage später erstach er einen Bekannten.
Erst im Februar bekam Bogdan K. (59) Bewährung, weil er seinen Nachbarn vermöbelte. Vierzehn Tage später erstach er einen Bekannten.

Von Steffie Suhr

Dresden - Es war nur ein Stich. Doch der war tödlich. Bogdan K. (59) soll im März mit einem Küchenmesser (20 Zentimeter lange Klinge) seinen Bekannten Silvio L. (46) getötet haben. Seit gestern ist Prozess am Landgericht.

Der Abend, den Silvio nicht überleben sollte, begann mit einem Gelage unter Kumpels bei Bogdans Nachbar in der Prohliser Allee. Als dort das Bier ausging klingelte die Gesellschaft bei Bogdan. „Ich gab nichts, da gingen sie wieder“, erinnerte sich der Angeklagte gestern vor Gericht.

Als Nachbar Jens später an die Wand trommelte, ging Bogdan rüber, in der Hand das Küchenmesser vom Abendbrot.

Was dann passierte, darüber streiten sich die Beteiligten: Bogdan behauptet: „Silvio nahm mir das Messer weg. Aus Angst vor ihm bin ich zurück in meine Wohnung.“

Vom Tod des Opfers will er erst erfahren habe, als die Polizei kam.

Nachbar Jens dagegen belastet seinen Ex-Kumpel schwer: „Ich sah genau, wie Bogdan zustach!“ Allerdings schlug Richterin Birgit Wiegand bei der Aussage des Zeugen eine mächtige Alkoholfahne entgegen:

„Ich hatte heute nur drei Bier“, beteuerte Jens. Ein Alkoholtest ergab zwei Promille.

Ähnlich betrunken waren übrigens auch das Opfer und der Angeklagte in der Tatnacht: Gutachter hatten beim einen über zwei, beim anderen drei Promille festgestellt.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Foto: Ove Landgraf


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