Totes Baby von Bühlau: Beamte täuschten die Mutter

Dresden - Im Fall des toten Babys von Dresden-Bühlau wackelt die Anklage gewaltig: Brit S. (24) soll in der Silvesternacht ihren Sohn Finn totgeschüttelt haben (TAG24 berichtete). Der Vorwurf stützt sich auf das Geständnis der Mutter, das sie einst bei der Polizei ablegte. Doch die Aussage ist ungültig. Denn Brit S. wurde von den Beamten getäuscht!

Brit S. (24) soll schuld sein am Tod ihres Säuglings. Der Nachweis bei Gericht ist aber schwierig.
Brit S. (24) soll schuld sein am Tod ihres Säuglings. Der Nachweis bei Gericht ist aber schwierig.  © Holm Helis

Nach Ansicht der Richter wurden "verbotene Vernehmungsmethoden" angewendet. "Eine Polizistin gab im Prozess zu, dass meiner Mandantin erklärt wurde, wenn sie nicht aussagt, käme sie in U-Haft", so Verteidiger Andreas Boine (48).

Aus Angst vor Knast - in den sie trotzdem kam - habe Brit S. gestanden. Das Geständnis ist jetzt wertlos. Im Prozess schweigt die Frau...

Nun muss die Kammer einen weiteren Gutachter hören. Denn auch Gerichtsmediziner in Hamburg untersuchten die Leiche des kleinen Finn, fertigten eine Spezialexpertise an. Zur Frage, ob der Junge die Hirnblutungen vielleicht schon bei der Geburt, nur drei Wochen vor der Tat, erlitten habe.

Brit S. (24) im Februar vor Gericht.
Brit S. (24) im Februar vor Gericht.  © Marko Förster

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