Kompromiss im Dauerkrieg um die Hufewiesen: Mietwohnungen, Gewerbe und ganz viel Grün

Dresden-Trachau - Grünes Idyll oder grauer Wohnungsbau? Seit Jahrzehnten streiten Politiker, Investoren, Verwaltung und Bürgerverein um die Zukunft der Hufewiesen in Trachau.

Die Hufewiesen sind die grüne Lunge Pieschens.
Die Hufewiesen sind die grüne Lunge Pieschens.  © Christian Juppe

Jetzt geschah etwas, mit dem die Beteiligten selbst kaum rechneten: Sie einigten sich auf einen Kompromiss. Im Westen soll klein gebaut werden, im Osten eine große Oase für alle entstehen.

"Die Entwicklung der Hufewiesen ist ein sehr lange diskutiertes Projekt mit erheblichen Konflikten, die unauflösbar schienen", so Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne).

Seit den 90er-Jahren platzten immer wieder Wohnungsbau-Pläne für das 11 Hektar große Areal (entspricht gut 15 Fußballfeldern). Nach erneuten monatelangen Verhandlungen stellten die Beteiligten jetzt ihren Kompromiss vor, Stadträtin Kati Bischoffberger (49, Grüne) schwärmte von einer "genialen Lösung".

Im Westen der Hufewiesen darf der Berliner Grundstückseigner "Adler Real Estate AG" auf 1,6 Hektar bauen. "Wir errichten Mietwohnungen, keine teuren Eigentumswohnungen", sagte Adler-Vorstand Sven-Christian Frank (52). Ein Viertel davon sollen Sozialwohnungen werden, so Linken-Stadträtin Pia Barkow (32).

Auch Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne) spricht von einem "guten Kompromiss".
Auch Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne) spricht von einem "guten Kompromiss".  © Thomas Türpe

Weitere 0,8 Hektar im Westen sind für nicht produzierendes Gewerbe wie Bürokomplexe vorgesehen. Stadtplaner und das Architekturbüro Peter Kulka sollen nun Entwürfe für einen Bebauungsplan erarbeiten.

Im Osten (rund 8 Hektar) soll ein Naherholungsgebiet entstehen, ein grüner Park für die Dresdner. Die können für die Gestaltung Vorschläge machen.

Dafür lädt Anja Osiander (52) vom Verein Hufewiesen Trachau ein zur Bürgerversammlung mit der Umweltbürgermeisterin am Sonnabend, 24. März, 15 bis 18 Uhr im Goldenen Lamm an der Leipziger Straße.

Bis alles fertig ist, werden aber noch Jahre vergehen. Auch der Stadtrat muss noch seinen Segen erteilen.

Nur ein kleiner Teil im Westen der Hufewiesen (hinten links) darf bebaut werden. Bauinvestor-Vorstand Sven-Christian Frank (52, v.l.), Grünen-Stadträtin Kati Bischoffberger (49), Anja Osiander (52) vom Hufewiesen-Verein und Thomas Bergander (57).
Nur ein kleiner Teil im Westen der Hufewiesen (hinten links) darf bebaut werden. Bauinvestor-Vorstand Sven-Christian Frank (52, v.l.), Grünen-Stadträtin Kati Bischoffberger (49), Anja Osiander (52) vom Hufewiesen-Verein und Thomas Bergander (57).  © Thomas Türpe

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