Todesrate zehnmal so hoch: So gefährlich ist Crystal in der Schwangerschaft

Dresden - Dass Crystal während der Schwangerschaft alles andere als gesund ist, war bereits lange klar. Nun haben Mediziner der TU Dresden die Krankenakten abhängiger Schwangerer mit dem Qualitätssicherungsbericht Geburtshilfe des Jahres 2015 verglichen. So stellten sie fest, welche Risiken mit der Droge verbunden sind.

Forscher Uwe Schmidt (50) untersuchte mit seinem Team die Auswirkungen von Crystal auf die Schwangerschaft.
Forscher Uwe Schmidt (50) untersuchte mit seinem Team die Auswirkungen von Crystal auf die Schwangerschaft.  © Holm Helis

115 Schwangere mit einem dokumentierten Crystal-Problem ließen sich in der Dresdner Uniklinik zwischen 2010 und 2015 behandeln. Der Bericht enthält die Daten von rund 36.000 Frauen. Zwischen beiden Gruppen zeigen sich deutliche Unterschiede im Verlauf der Schwangerschaften.

"Bei 25 Prozent der Konsumentinnen setzten die Wehen frühzeitig ein", sagt Uwe Schmidt (50), Erstautor der Studie. "In der Vergleichsgruppe waren es 3,9 Prozent."

Muttermundschwäche trat bei Abhängigen in 6,7 Prozent der Fälle auf, in der Vergleichsgruppe aber nur bei 1,5 Prozent. Besonders tragisch sind jedoch die Todesfälle. "Die Rate der im Mutterleib verstorbenen Kinder lag bei der Vergleichsgruppe bei 0,35 Prozent", so der Forscher.

"Bei den Konsumentinnen lag sie beim Zehnfachen." Um dem entgegenzuwirken, bietet das Uniklinikum seit 2016 den "Dresdner Crystalpfad" an - ein Projekt, in dem Frauen-, Kinder- und Suchtärzte fachübergreifend zusammenarbeiten.

Besonders in Sachsen ist Crystal ein Problem.
Besonders in Sachsen ist Crystal ein Problem.  © David-Wolfgang Ebener/dpa

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