Von wegen Laubenpieper! Das ist der Drogenbaron aus der Gartensparte

Eduard B. (38) war offenbar nicht nur freundlicher Laubenpieper, sondern auch Großdealer.
Eduard B. (38) war offenbar nicht nur freundlicher Laubenpieper, sondern auch Großdealer.  © Ove Landgraf

Dresden - Er ist Maurer, Familienvater, Laubenpieper und Garagenbesitzer. Doch so bieder wie Eduard B. (38) nach außen wirkte, war er laut Anklage nicht. Demnach ist der Albaner der Drogenbaron aus der Gartensparte.

Im großen Stil soll Eduard B. mit Crystal und Marihuana gehandelt haben. In vier Monaten verscherbelte er so an einen Abnehmer fast fünf Kilo Marihuana und fast zwei Kilo Crystal.

Offenbar fühlte sich der mutmaßliche Drogenbaron so sicher, dass er nicht mal Verstecke für die Lieferungen benutzte: Ein anderer Abnehmer bekam über 20 Kilo Marihuana in Umzugskisten und im Wäschekorb überreicht.

Im November schließlich rückte die Polizei zur Hausdurchsuchung an: Die fand in seiner Garage am Gohliser Weg 20 Gramm Marihuana und eine Feinwaage. In seiner Wohnung in Reick lagen Schuldnerliste und Schreckschusswaffe. In der Laube im Kleingartenverein Übigau beschlagnahmten die Fahnder viele Cliptütchen mit Kokainresten.

Eduard B. versteckte an jenem Tag 10.700 Euro in einer Socke im Schritt. Der Familienvater kam in U-Haft. Beim Prozess am Landgericht Dresden forderte Verteidigerin Ines Kilian gestern sofort die Aussetzung des Verfahrens, weil ihr keine Akteneinsicht gewährt wird.

Mit der Begründung, dass weitere Ermittlungen gefährdet würden, rückt der Staatsanwalt nämlich derzeit Dossiers über die mutmaßlichen Abnehmer von Eduard B. nicht raus. Über den Antrag muss nun das Gericht entscheiden.

Das hatte bisher eigentlich elf Prozesstage und ein Urteil für Oktober geplant.

Titelfoto: Ove Landgraf


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