Tödlicher Radunfall an Bautzner Straße: Hätte er sie sehen können?

Kraftfahrer Steffen K. (58) übersah die junge Radlerin an einer gefährlichen Kreuzung.
Kraftfahrer Steffen K. (58) übersah die junge Radlerin an einer gefährlichen Kreuzung.  © Ove Landgraf

Dresden - Ihr Tod hatte ganz Dresden erschüttert: Im Februar wurde Radlerin Anne G. (+26) an der Bautzner Straße von einem Betonmischer überrollt (TAG24 berichtete).

Die Erzieherin starb noch am Unfallort. Am Dienstag musste sich Lasterfahrer Steffen K. (48) vor Gericht verantworten. Indirekt mit angeklagt: Die inzwischen entschärfte Todeskreuzung.

Am Nachmittag des Unfalltages musste Steffen K. mit seinem Laster auf der Bautzner vor der Kreuzung Rothenburger wegen „Rot“ halten.

Rechts neben ihm rollten Anne G. und zwei weitere Radler bis zur Ampel vor. Als die auf Grün umschaltete, bogen zwei Radler nach rechts ab, Anne aber fuhr geradeaus weiter.

Neben ihr fuhr plötzlich der Betonmischer, der Raum zwischen Bordstein und Laster wurde immer enger - Anne G. wurde erfasst und stürzte so unglücklich, dass sie überrollt wurde und an der Unfallstelle verstarb.

Hier kam Anne G. im Februar ums Leben. Ein weißes Fahrrad erinnert an die verstorbene Erzieherin.
Hier kam Anne G. im Februar ums Leben. Ein weißes Fahrrad erinnert an die verstorbene Erzieherin.  © Ove Landgraf

„Ich habe sie erst gesehen, als sie schon im Radkasten war“, sagt Steffen K. gestern unter Tränen.

Ein Gutachten bestätigt, dass der Fahrer die Frau hätte sehen können. Doch selbst der Staatsanwalt räumte ein: „Die Kreuzung hatte schon ihr eigenes dazu getan.“

Tatsächlich wurde die Straße nach dem Drama umgebaut: Ein Mast beseitigt, der Bordstein um zwei Meter zurückversetzt. So wurde der Prozess wegen geringer Schuld eingestellt.

Als Auflage muss Steffen K. 1500 Euro an die Diakonie zahlen, bei der die Mutter der Verunglückten arbeitet. Die Eltern selbst fanden am Dienstag keine Kraft für den Weg nach Dresden.


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