Vater des toten Roller-Fahrers fleht: "Lasst mich von meinem Sohn verabschieden"

Der trauernde Vater Bernd Quaschnewski (77) muss sich nach dem tragischen Tod seines Sohns mit dem Papierkram herumschlagen.
Der trauernde Vater Bernd Quaschnewski (77) muss sich nach dem tragischen Tod seines Sohns mit dem Papierkram herumschlagen.  © Eric Münch

Dresden - Der sinnlose Tod von René Quaschnewski (†45) durch einen betrunkenen Raser (31) ließ seine Freunde und Vereinskameraden erschüttert und traurig zurück (TAG24 berichtete).

Doch einen Mann hat es besonders hart getroffen: Bernd Quaschnewski (77), der Vater von René. Der alte Mann kann das Unglück immer noch nicht richtig begreifen. TAG24 hat den pensionierten Straßenbahnfahrer in seinem Häuschen in Klipphausen besucht.

Der Rentner Bernd Quaschnewski wirkt gefasst, kann aber nicht verhindern, dass ihm die Augen feucht werden, wenn er über den vergangenen Montag spricht: "Nachts um zwei haben sie angerufen", sagt er. "Das haben wir aber nicht bemerkt. Früh um fünf hat mich dann meine Tochter aus Altenkirchen angerufen."

René habe einen Unfall gehabt, sofort machte sich Bernd auf den Weg in die Uniklinik. "Ich durfte da nicht zu ihm, das habe ich schon verstanden", sagt er. "Die Ärzte haben da ja gerade um sein Leben gekämpft."

René Quaschnewski (†45) starb nachdem ein Betrunkener ihn mit seinem Roller erfasst hatte.
René Quaschnewski (†45) starb nachdem ein Betrunkener ihn mit seinem Roller erfasst hatte.  © Tino Plunert

So fuhr der Rentner erstmal zur Polizei, dann nach Hause. "Dann hat die Klinik angerufen", sagt er. "René war gerade im Ableben, er würde nur noch zehn Minuten leben." Sofort wollte er wieder nach Dresden fahren, aber seine Frau redete es ihm aus: Er war zu aufgelöst für die Fahrt und hätte es wohl eh nicht mehr rechtzeitig geschafft.

Später fuhr der gebürtige Schwarzwälder doch. "Der Arzt fragte mich, ob ich ihn noch mal sehen wolle und wir gingen in die Pathologie. Aber dann durfte ich ihn doch nicht sehen. Mir wurde gesagt, auf Weisung der Staatsanwaltschaft. Ich hoffe, dass ich ihn bis Montag doch noch sehen kann."

Denn danach muss Quaschnewski in medizinische Behandlung, hat Angst, dass René währenddessen bereits eingeäschert wird.

Die Dresdner Staatsanwaltschaft konnte am Donnerstag nichts dazu sagen, will nun aber nochmal prüfen, ob der Vater seinen toten Sohn nochmal sehen darf um sich zu verabschieden.

Der betrunkene David K. (31) fuhr nach dem Crash einfach weiter, hatte dabei noch Renés Motorroller im Phaeton stecken.
Der betrunkene David K. (31) fuhr nach dem Crash einfach weiter, hatte dabei noch Renés Motorroller im Phaeton stecken.  © Nick Dolz

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