Mehr als 1000 Transplantationen: Uniklinik kämpft gegen ein Problem an

Dresden - Ärzte des Dresdner Uniklinikums schlagen Alarm: Immer weniger Sachsen lassen sich als Organspender registrieren. Für immer mehr Kranke schwinden damit die Chancen auf eine rettende Operation.

Bekam die 1001. Niere, die an der Uniklinik in Dresden transplantiert wurde: Ronny Kneipel (45) aus Meerane lebt dank des gespendeten Organs seiner Schwester weiter.
Bekam die 1001. Niere, die an der Uniklinik in Dresden transplantiert wurde: Ronny Kneipel (45) aus Meerane lebt dank des gespendeten Organs seiner Schwester weiter.  © Thomas Türpe

Nur 50 Organspender gab es 2017 im Freistaat (im Vorjahr noch 60). Zu Höchstzeiten waren es 72 Sachsen, die nach ihrem Tod durch Organspenden anderen das Leben retteten.

"Die Spendenbereitschaft ist dramatisch zurückgegangen. Die Situation für die Patienten schwierig", so Christian Hugo (55).

Der Spezialist betreut 254 Patienten an der Uniklinik, die aktuell auf eine Niere warten. Jedes Jahr Dialyse verschlechtert ihre Gesundheit weiter, mindert Erfolgsaussichten einer Transplantation.

"Früher warteten Patienten im Schnitt zwei Jahre. Heute schon sieben Jahre, bald sind es acht", sagt Klinikdirektor Manfred Wirth (69) besorgt.

Ärzte der Uniklinik transplantierten seit 1995 schon 1000 Nieren. "Ich bin so froh, dass mir ein neues Leben geschenkt wurde", dankt der 1001. Patient Ronny Kneipel (45) aus Meerane.

Patricia Klein (58) von der Landesärztekammer: "Organspenden dürfen nicht eingefordert werden, müssen freiwillig sein. Jede Spende ist ein Geschenk, rettet Leben."


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