Uran-Alarm in Dresden: Neuer Südpark strahlt, Prüfwert zigfach überschritten

Dresden - Der Südpark strahlt: Bereits 2018 wurden bei Messungen in Räcknitz und Plauen bis zu zigfach erhöhte "Ortsdosisleistungen" festgestellt. Auf Teilen dieser Flächen soll der neue Südpark entstehen. Für 1,5 Millionen Euro muss nun eine Altlastensanierung durchgeführt werden.

Auf zwei Flächen zwischen Passauer und Nöthnitzer Straße wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen.
Auf zwei Flächen zwischen Passauer und Nöthnitzer Straße wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen.  © Holm Helis

Konkret betroffen sind zwei Flächen zwischen Passauer und Nöthnitzer Straße. Dort wurden laut Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (54, Grüne) "Ortsdosisleistungen von 1300 Nanosievert je Stunde" gemessen. Üblich wären in vergleichbarer Lage rund 100 Nanosievert.

Teile der Flächen wurden bisher als Sportplatz genutzt. Der Untergrund dafür stammt laut Verwaltung "augenscheinlich aus Haldenmaterial" aus dem Uranerzbergbau.

Die Untersuchungen ergaben eine Uran-238-Konzentration von bis zu 4,8 Becquerel je Gramm. Ein Becquerel entspricht einem radioaktiven Zerfall pro Sekunde. Der Prüfwert für eine radioaktive Altlast liegt bei 0,2 Bq/g.

Grund zur Sorge besteht laut Wissenschaftlern nicht. Der Wert sei "überdurchschnittlich für Sachsen, er liegt aber noch in den Schwankungsbreiten der äußeren natürlichen Strahlen-Exposition", so Physiker PD Dr. Jürgen Henniger (66) von der Strahlenschutz-Akademie Dresden. Das Vorgehen der Stadt entspräche den neuesten gesetzlichen Vorgaben und erscheine vernünftig.

Keine Sperrung des Parks nötig

Auch laut Karin Bernhardt, Sprecherin im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, besteht "keine akute gesundheitliche Gefährdung. Die von unseren Strahlenschutzexperten abgeschätzte Strahlenexposition liegt auch bei einem längeren Aufenthalt, insbesondere von Kindern, weit unterhalb des gesetzlichen Referenzwertes".

Daher sei auf eine Sperrung verzichtet worden. Andere Wissenschaftler sehen bei einem theoretisch denkbaren "dauerhaften Aufenthalt" ein mögliches Überschreiten von Referenzwerten.

Kritik gibt es aus der Politik: "Wir reden seit Jahren über den Südpark. Die seit 2018 bekannte Strahlenbelastung war nie Thema. Wir müssen im Umweltausschuss darüber beraten, wie wir mit den jetzt bekannten Fakten umgehen", so der Umweltexperte der CDU, Veit Böhm (54).

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (54, Grüne) kämpft für den Südpark. Jetzt ist sie jedoch mit einer 1,5 Millionen Euro teuren Altlastensanierung konfrontiert.
Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (54, Grüne) kämpft für den Südpark. Jetzt ist sie jedoch mit einer 1,5 Millionen Euro teuren Altlastensanierung konfrontiert.  © Thomas Türpe
Uran-Prüfwerte wurden überschritten. Das haben radiologische Baugrunduntersuchungen ergeben.
Uran-Prüfwerte wurden überschritten. Das haben radiologische Baugrunduntersuchungen ergeben.  © imago images/Christian Ohde

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