US-Truppen auf dem Weg nach Polen: Ami-Kolonnen rollen durch Sachsen

Dresden - Charme-Offensive der US-Armee: Vor der erneuten Verlegung von US-Truppen durch Sachsen nach Polen (TAG24 berichtete) haben die Amerikaner über die Details informiert. Denn US-Panzer auf sächsischem Gebiet hatten immer wieder für heftige Kritik gesorgt.

US-General Andrew M. Rohling bemüht sich um Transparenz bei den Truppenbewegungen.
US-General Andrew M. Rohling bemüht sich um Transparenz bei den Truppenbewegungen.  © Petra Hornig

Die US-Armee tauscht ihre an der Ostflanke der NATO eingesetzten Truppen aus. Heißt: 3500 Soldaten, 500 Kettenfahrzeuge, 80 Panzer und 1500 Rad-Fahrzeuge müssen nach Polen.

Auf der Straße werden 400 Fahrzeuge verlegt: Konkret rollen zwischen 24. Januar und 6. Februar rund 400 Fahrzeuge von Antwerpen (Belgien) über Hannover, Potsdam und Ostsachsen ausschließlich auf Autobahnen nach Polen - in Konvois mit je 20 Fahrzeugen. Alles in Abstimmung mit der Bundeswehr, die bei der Logistik unterstützt.

US-Generalkonsul Timothy Eydelnant: "Uns ist Transparenz wichtig. Das ist kein Alleingang der Amerikaner, sondern Ergebnis von Beschlüssen auf NATO-Gipfeln." Die Truppenbewegungen hätten nichts mit Bedrohung oder Provokation zu tun.

In der Nacht vom 30. auf den 31. Januar wird der erste Konvoi auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz erwartet - hier wird übernachtet. Der letzte Konvoi soll am 4. Februar dort Pause machen.

US-General Andrew M. Rohling, Vize-Kommandeur der US-Truppen in Europa: "Wir fahren nachts, damit wir den Verkehr nicht so stark behindern." Um solch eine Operation zu trainieren, werde jeweils eine andere Strecke gewählt. "Das ist sehr komplex."

Alle Kettenfahrzeuge, darunter Panzer, werden mit der Bahn transportiert. Rollen werden sie auch durch Sachsen, die genaue Route kenne aber nur die Deutsche Bahn als Transportdienstleister. Andere Materialien werden auch per Lastschiff transportiert. Die Soldaten fliegen meist nach Polen.

Militärkonvois der US-Armee fahren durch Sachsen nach Polen.
Militärkonvois der US-Armee fahren durch Sachsen nach Polen.  © Roland Halkasch

In die andere Richtung seien Truppen und Material bereits "problemlos" transportiert worden, hieß es. Im September ist dann die nächste Rotation zurück geplant, wo auch Sachsen wieder betroffen sein Wird.

Als Reaktion auf die russische Annexion der Krim 2014 hatte die NATO zur Abschreckung die Verlegung von Truppen und Gerät in die baltischen Staaten und Polen beschlossen. Mit der Operation "Atlantic Resolve" soll die US-Armee die NATO-Alliierten in Osteuropa stärken.

Der litauische Botschafter Darius Semaška begrüßte die Truppenpräsenz: "Es gab in den letzten zehn Jahren Versuche Russlands, die Lage zu destabilisieren." Es werde auch versucht, den russischen Teil der Bevölkerung zu Ungehorsam aufzurufen. "Unsere Gesellschaft will in der Lage sein, sich zu wehren." Regelmäßig gebe es Manöver der Russen "vor unserer Haustür."

Die NATO-Truppen seien ein Signal, dass das Land im Falle einer Aggression verteidigt werden. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, die Truppenbewegungen seien richtig. "Aber man muss der Bevölkerung sagen, was hier passiert."

Titelfoto: Roland Halkasch, Petra Hornig

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