Dynamo-Coach Neuhaus: "Im Osten habe ich die Sahnevereine erwischt"

Uwe Neuhaus auf der Trainerbank vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. "Hier im Osten leben die Menschen den Fußball", sagt er. Die Choreo im Hintergrund beweist das.
Uwe Neuhaus auf der Trainerbank vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. "Hier im Osten leben die Menschen den Fußball", sagt er. Die Choreo im Hintergrund beweist das.

Dresden - SGD-Coach Uwe Neuhaus weilt im verdienten Weihnachtsurlaub. An der Nordsee will er sich vom Stress der letzten fünf Monate erholen, um im Januar frisch erholt sein Team ins sichere Mittelfeld zu führen. Doch kurz vor der Winterpause gab er ein viel beachtetes Interview dem Fußballmagazin "11Freunde".

Der 58-Jährige antwortete erfrischend ehrlich, sprach zu Traditionsvereinen, warum er früher den Medien gegenüber eher bärbeißig reagierte und was er vom neuen Dynamo-Leitbild hält. So offen hat man Neuhaus eher selten erlebt. Er coachte Wattenscheid, Dortmund, Essen, Union und jetzt Dynamo.

"Man kann schon sagen, dass mir diese Traditionsvereine liegen, weil ich, glaube ich, ein ehrlicher Arbeiter bin. Ich komme aus dem Pott, das passt natürlich zusammen, aber aussuchen kann man sich das nicht. Wenn ich die freie Wahl hätte, würde ich aber immer zu einem Traditionsverein gehen, weil mich dieser Fußball mit Herz und Seele viel mehr reizt. Die Leute ticken einfach anders, leben das Ganze. Hier im Osten habe ich natürlich die beiden Sahnevereine erwischt." Das wird man in Dresden sehr gerne lesen.

Den Medien gegenüber tritt Uwe Neuhaus in jüngster Vergangenheit viel offener entgegen. Ein Lächeln hat er eigentlich immer auf den Lippen.
Den Medien gegenüber tritt Uwe Neuhaus in jüngster Vergangenheit viel offener entgegen. Ein Lächeln hat er eigentlich immer auf den Lippen.

Doch gerade bei Union lief nicht immer alles glatt. Gegenüber den Medien schottete er sich ab.

Haben Sie da eine Entwicklung durchgemacht, wollten die "11Freunde"-Redaktion wissen. "Nein, man muss dort die Entwicklung sehen, dass einige Reporter dort schon in der Oberliga mit dabei waren, mit auf dem Trainingsplatz standen und teilweise die Mc Donald’s-Tüten bei den Spielern im Auto gesehen haben.

Wir mussten das professioneller gestalten und das führt dann natürlich zu Reibereien. Ich muss allerdings zugeben, dass ich diese auch manchmal gesucht habe. Da kam eine blöde Frage und ich bin direkt an die Decke gegangen, kann ich aber jetzt nicht mehr zurückdrehen."

Natürlich hat sich Uwe Neuhaus auch zur Zukunft seine jetzigen Vereins geäußert - und zwar zum neuen Leitbild: "Wir haben einen Traum" - es spielt auf das noch ausstehende 100. Europapokalspiel des Vereins an. Ist das auch sein Traum? "Wir haben in den letzten Jahren eine gute Entwicklung genommen. Schwächephasen, wie wir sie vor ein paar Wochen hatten, gehören dazu.

Dieser Verein hat so viele Facetten und Aufgaben, die parallel zur sportlichen Entwicklung, gemeistert werden müssen. Ich persönlich möchte aber schon noch erste Bundesliga trainieren. Am liebsten natürlich mit Dynamo."


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