Steimle als Schirmherr des Friedens nach "Sturm der Entrüstung" abgesetzt!

Auf dem Neumarkt provozierte Uwe Steimle (54) im Mai mit einem Fernsehturm, der einen Halbmond auf der Spitze trug.
Auf dem Neumarkt provozierte Uwe Steimle (54) im Mai mit einem Fernsehturm, der einen Halbmond auf der Spitze trug.  © Steffen Füssel

Dresden - Nach fünf Tagen abgesetzt. Am Freitag hatte die Ökumenische FriedensDekade den Dresdner Kabarettisten Uwe Steimle (54) als Schirmherr 2018 vorgestellt. Mittwoch schmiss sie ihn wieder aus dem Amt. Peinlich!

"Es gab eine massive Kritik an der Person Steimle. Das Gesprächsforum hat deshalb beschlossen, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden", bestätigt der Vorsitzende der Dekade, Jan Gildemeister.

"In den Reaktionen und Rückmeldungen, die wir erhalten haben, vor allem in den sozialen Medien wurde Steimle als rechts, PEGIDA-nah und antisemitisch bezeichnet", so Sprecher Thomas Oelerich. Offenbar war der Sturm der Entrüstung so groß, dass sich die Dekade beugte.

Dabei hatte noch am Montag Oelerich von Steimle als streitbarem Mann gesprochen, in seinen eigenen Recherchen habe er nichts Angreifbares gefunden. Oelerich räumt aber ein: "Ich kannte bis dato Herrn Steimle nicht, weiß auch nicht, von wem der Schirmherren-Vorschlag kam. Er war unsere zweite Wahl. Der eigentlich angedachte Schirmherr hatte abgesagt."

Kabarettist Uwe Steimle (54) versteht die Welt nicht mehr.
Kabarettist Uwe Steimle (54) versteht die Welt nicht mehr.  © dpa/Frank May

Ex-Schirmherr Steimle will wissen, für wen er einspringen sollte: "Für den indischen Friedensaktivisten Sri Sri Ravi Shankar?"

Lakonisch und empört kommentiert der Dresdner seine Absetzung: "Ich bin für den Frieden zu kontrovers. Der Frieden muss vor mir geschützt werden. Ausgerechnet die FriedensDekade macht sich zum willfährigen Werkzeug von Verleumdern und Hetzern. Ich bin nicht rechts. Ich habe mit beiden Stimmen links gewählt. Ich bin mit Gysi und Schorlemmer befreundet." Und er fügt in Faust-Manier hinzu: "Bewiesen hätt ich gern durch Taten, wo ich steh."

Die Aktionen der Ökumenischen FriedensDekade finden immer im November in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag statt. Die Bittgottesdienste, aus denen sich die Veranstaltungsreihe entwickelt hat, entstanden in den 80er-Jahren in der "Konziliaren Bewegung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" in der DDR.


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