Dresdens Straßen der Zukunft: Wenn die Autos mit der Ampel reden

Dresden - 51 Dauerzählstellen für Autos, fünf für Räder, 500 Taxis und Busse mit GPS-Sendern, Hunderte Kameras im Stadtgebiet.

Ralf Franke (62) von der TU Dresden (Institut für Verkehrstelematik) steuert die Anlage an der Uni.
Ralf Franke (62) von der TU Dresden (Institut für Verkehrstelematik) steuert die Anlage an der Uni.  © Steffen Füssel

Sekundengenau erfasst die Verwaltung den Verkehr in Dresden. Zukünftig soll das noch ausgebaut werden. Die Stadt will auf mehreren Strecken automatisiertes Fahren testen.

Alle Daten laufen in den Rechnern der Verkehrszentrale zusammen, diese speisen das VAMOS-Programm. Das ist so wichtig, dass die Systeme komplett gespiegelt an zwei Orten laufen - einmal auf Rechnern der Stadt, ein anderes Mal auf den Computern der Uni.

Momentan kann dadurch ein dynamisches Parkleitsystem erstellt werden: Ist die Innenstadt dicht, werden neue Parkhäuser ausgeschildert. Was auch schon klappt: Staut es sich auf einem Autobahn-Zubringer, ändern sich die Wegweiser.

Weil sich dadurch die Verkehrsströme ändern, werden auf Umleitungsstrecken die Grünphasen verlängert. Sind Strabas im Verzug, werden sie schneller durch die Stadt geschickt.

Die B170 zwischen Bannewitz und Dresden wird zum Testfeld für automatisiertes Fahren.
Die B170 zwischen Bannewitz und Dresden wird zum Testfeld für automatisiertes Fahren.  © Steffen Füssel

Momentan werkeln die Experten an einer weiteren Ausbaustufe. So sollen die Voraussetzungen für automatisiertes Fahren geschaffen werden. Sind Ampeln und Autos entsprechend ausgestattet, könnten per "elektronischer Deichsel" mehr Autos über eine Kreuzung kommen.

Zudem wird in den Pkws die optimale Geschwindigkeit angezeigt, bei der die nächste Ampel mit Grün passiert werden kann. "All das liegt weit in der Zukunft. Momentan geht es darum, die Grundlagen zu schaffen", so Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne).

Konkret im Blick hat Dresden sechs Korridore für automatisierte Fahrten (siehe Karte). Im Blickpunkt steht dabei die B 170 nach Bannewitz, die ab diesem Jahr ausgebaut wird. Alle Ampeln werden mit Sensoren ausgestattet. Perspektivisch "reden" die dann mit den Autos.

Zudem erfassen Bluetooth-Detektoren die Signale von Autofahrern. Melden diese Stau auf der Bundesstraße, wird auf die S 191 in Richtung Autobahn umgelenkt.

Radler-App für die "Grüne Welle"

So sah die BikeNow-App in einer früheren Version aus.
So sah die BikeNow-App in einer früheren Version aus.  © Ove Landgraf

Die Daten der Verkehrssteuerung VAMOS sollen zukünftig auch Radfahrern helfen, flüssiger durch die Stadt zu kommen.

Die sich seit Jahren im Test befindliche App "BikeNow" soll im Laufe des Jahres online gehen. Radler bekommen dann auf ihrem Handy angezeigt, mit welcher Geschwindigkeit sie eine "Grüne Welle" für sich nutzen können.

Los geht es entlang der St. Petersburger Straße. Denkbar ist eine Erweiterung auf die Dohnaer Straße.

Dort könnten Radler bei 25 Stundenkilometern ohne Halt durchziehen.

Mit solchen Kameras wird der Verkehrsfluss überwacht.
Mit solchen Kameras wird der Verkehrsfluss überwacht.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel

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