Verkehrsmuseum würdigt Ingenieur: "Mein Urgroßvater hat die Bagdadbahn gebaut"

Dresden - "Dresden war immer seine Heimatstadt und mit der Ausstellung bringen wir seine Geschichte dahin zurück, wo sie begonnen hat", sagt Maximilian Keller (27). Sein Ururgroßvater war Heinrich August Meißner (1862-1940). Der Dresdner Ingenieur baute einst unter anderem die Bagdadbahn. Mit einer Ausstellung im Verkehrsmuseum wird sein Wirken nun gewürdigt.

Heinrich August Meißner (1862-1940).
Heinrich August Meißner (1862-1940).  © wikipedia

"Ich habe mich selbst erst sehr spät genauer mit der Geschichte meines Ururgroßvaters auseinandergesetzt", sagt Keller. Erst während seines Geschichtsstudiums an der Uni München wollte er mehr wissen zu den Bauprojekten im Orient.

"Klar war mein Ururgroßvater Thema bei uns in der Familie, der Bruder meiner Oma hat sogar eine Chronik zu Meißners Leben verfasst, aber das Wissen um seine Verdienste ist über die Jahre ein Stück weit verloren gegangenen."

Meißner unternahm mit dem Bau der Hedschas- und der Bagdadbahn zwei der kühnsten Bauprojekte des 20. Jahrhunderts. Erstere sollte muslimische Pilger von Damaskus nach Medina befördern. Von 1901 bis 1908 wurde die 1300 Kilometer lange Hauptstrecke durch die Wüste gebaut.

Als Dank für seine Dienste erhielt Meißner sogar den Titel "Pascha", die höchste Auszeichnung im Osmanischen Reich. 1903 begann auch der Bau der Bagdadbahn, sie führte von Konstantinopel nach Bagdad.

Dresden – Bagdad und zurück

"Mein Ururgroßvater baute die Bagdadbahn": Maximilian Keller (27) bewahrt ein Stück seiner Familiengeschichte.
"Mein Ururgroßvater baute die Bagdadbahn": Maximilian Keller (27) bewahrt ein Stück seiner Familiengeschichte.  © Norbert Neumann

Deutsche Firmen, wie Richard Hartmann aus Chemnitz lieferten Schienen und Lokomotiven. Aber erst 1940 fuhr erstmal ein Zug über die komplette Strecke, während des Ersten Weltkriegs kamen die Bauarbeiten zum Erliegen.

Im selben Jahr starb auch Heinrich August Meißner, sein Grab kann heute noch auf dem evangelischen Friedhof in Istanbul besichtigt werden. Heute sind von der Hedschasbahn nur Teilabschnitte in Betrieb, die Strecke der Bagdadbahn wird nur innertürkisch genutzt.

Die Ausstellung „Dresden – Bagdad und zurück. Heinrich August Meißner-Pascha und die Schienen durch den Orient“ ist ab sofort im Verkehrsmuseum zu sehen.

Die Hedschasbahn war das erste Projekt von Meißner. Die Strecke führte bis nach Medina.
Die Hedschasbahn war das erste Projekt von Meißner. Die Strecke führte bis nach Medina.  © privat
Das Verkehrsmuseum Dresden zeigt das Leben und Wirken Meißners in seiner neuen Ausstellung.
Das Verkehrsmuseum Dresden zeigt das Leben und Wirken Meißners in seiner neuen Ausstellung.  © Holm Röhner

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