Dresden immer teurer: Rathaus-Ärger um höhere Kita-Beiträge

Dresden - Bislang stiegen die Kita-Gebühren in Dresden, immer gekoppelt an die anfallenden Betriebskosten, in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr. Erstmals könnte dieser Mechanismus durchbrochen werden.

Bislang stiegen die Gebühren für eine Kita-Betreuung in Dresden rasant an.
Bislang stiegen die Gebühren für eine Kita-Betreuung in Dresden rasant an.  © 123RF/ Robert Kneschke

CDU und Linke sind gegen eine Erhöhung, die Grünen fordern einen Preisdeckel für die Zukunft. Was Eltern freut, sorgt im Rathaus für Sorgenfalten.

Laut Stadt sollten die Gebühren zum 1. September teils deutlich steigen. Neun Stunden Krippenbetreuung würden sich um etwa neun Euro auf 225,66 Euro verteuern.

Analog steigen die Kosten für Kindergarten (+ 4,40 Euro) und Hort (+ 1 Euro). Die bereits in den Haushalt eingeplanten Mehreinnahmen: drei Millionen Euro.

Zum Entsetzen der Verwaltung fiel dieser Plan im wichtigen Jugendhilfeausschuss durch, eine Zustimmung im Stadtrat nächste Woche ist damit mehr als fraglich. "Jetzt nicht zu erhöhen, wäre unredlich.

Die geplanten Einnahmen wurden mit dem Haushalt beschlossen. Wer Löcher reißt, muss auch einen Vorschlag machen, wie sie zu stopfen sind", sagt der Finanzexperte der Grünen, Michael Schmelich (64).

Die Idee der Grünen: Die jetzige Erhöhung wird akzeptiert, zukünftig dürfen die Gebühren aber nicht stärker als die Inflation steigen. Für die Linke ist auch das nicht akzeptabel.

"Dresden ist bei den Kita-Gebühren eine der teuersten Städte. Die Eltern fragt auch niemand, wie sie die Erhöhung finanzieren", so Tilo Kießling (48). Aus seiner Sicht kann die Stadt den Fehlbetrag locker aufbringen.

Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (56, CDU) hingegen schlägt Alarm. Würden die Elternbeiträge dauerhaft auf dem aktuellen Niveau festgefroren, fehlten bis 2030 satte 141 Millionen Euro.

Selbst bei einer Steigerung von "nur" 2,9 Prozent jährlich ergeben sich absehbare Mindereinnahmen von 22 Millionen Euro.

Tilo Kießling (48, Linke) ist komplett gegen weitere Erhöhungen.
Tilo Kießling (48, Linke) ist komplett gegen weitere Erhöhungen.  © Petra Hornig
Der Finanzexperte der Grünen, Michael Schmelich (64), will einen Preisdeckel bei den Gebühren.
Der Finanzexperte der Grünen, Michael Schmelich (64), will einen Preisdeckel bei den Gebühren.  © Ove Landgraf

Titelfoto: Hornig, Ove Landgraf, 123RF/ Robert Kneschke

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