Vier Fälle in sechs Wochen! Hat die Kripo den Dresdner Sex-Gangster schon geschnappt?

Dresden - Seit Ende Juni verbreitet er Angst in der Landeshauptstadt: Ein Triebtäter fährt von hinten mit dem Fahrrad auf Frauen und Kinder zu, reißt sie zu Boden, missbraucht und vergewaltigt sie. Vier Überfälle könnten das Werk desselben Täters sein. Am Dienstag wurde ein erster Verdächtiger, ein Dresdner (37), geschnappt (TAG24 berichtete).

Kripo-Chef Volker Lange (60) übernahm persönlich die Leitung der Ermittlungsgruppe "Velo".
Kripo-Chef Volker Lange (60) übernahm persönlich die Leitung der Ermittlungsgruppe "Velo".  © Petra Hornig

Ein Albtraum für zwei Schwestern: In der Nähe ihres Elternhauses spazierten am Montag zwei Teenager (11, 13) um 21 Uhr über den Friedhofsweg im Stadtteil Dölzschen. Plötzlich näherte sich ein Radfahrer, riss die Jüngere zu Boden, missbrauchte sie schwer (TAG24 berichtete).

Der Schwester blieb nur, laut um Hilfe zu schreien. Doch erst der Vater konnte die Polizei alarmieren.

Das Vorgehen des Perversen kam der Kripo sofort bekannt vor. Unter deren Chef Volker Lange (60) gründete sich Dienstag die Ermittlergruppe "Velo": "Aufgrund der Begehungsweise und der Täterbeschreibung müssen wir davon ausgehen, dass es sich um denselben Täter wie am 18. Juni handelt."

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An dem Tag hatte ein Radfahrer ein Mädchen (12) in der Flutrinne angegriffen, war allerdings nach massiver Gegenwehr geflüchtet (TAG24 berichtete).

Am Friedhofsweg in Dölzschen missbrauchte ein Radler ein Kind (11) schwer.
Am Friedhofsweg in Dölzschen missbrauchte ein Radler ein Kind (11) schwer.  © Thomas Türpe

Dabei fiel den Ermittlern auch ein dritter Fall vom 12. Juni, ebenfalls in Dölzschen, auf: Eine junge Frau (23) wurde von einem Radfahrer gepackt, ihr der Mund zugehalten. Sie konnte trotzdem laut um Hilfe rufen. "In allen drei Fällen gehen wir von demselben Täter aus", so Lange.

Dienstagnachmittag dann die vierte Attacke: In der Heide nahe der Bischofswerdaer Straße vergewaltigte ein Radler ein Mädchen (15), Passanten alarmierten die Polizei. Diese schnappte einen Verdächtigen in unmittelbarer Nähe, nahmen ihn fest.

"Wir müssen noch prüfen, ob er mit den anderen Fällen in Verbindung steht", so der Kripo-Chef. "Die Ermittlungen von Velo gehen gerade erst los." So lange es keine belastbaren Ergebnisse gibt, könne von Entwarnung noch keine Rede sein.

So bestreifen in den nächsten Tagen Beamte in Zivil und Uniform mögliche Tatorte, beim Landeskriminalamt werden DNA-Spuren ausgewertet, Handydaten an Tatorten geprüft.

Die Profiler der "Operativen Fallanalyse" erstellen ein Täterprofil: "Man sieht zwischen den einzelnen Fällen eine Verkürzung des Zeitraums", sagt Lange. "Fälle in der Art sind eine absolute Ausnahme!"

Am 18. Juni attackierte ein Sex-Gangster ein Mädchen (12) in der Flutrinne.
Am 18. Juni attackierte ein Sex-Gangster ein Mädchen (12) in der Flutrinne.  © Thomas Türpe

Titelfoto: Petra Hornig, Thomas Türpe

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