Vor 50 Jahren machte sich die DDR ganz klein: Jetzt feiert Dresden "Robotron" ganz groß

Dresden - Leicht hatten sie es nie: Witze, Planwirtschaft, Handelsboykotte - die 68.000 Mitarbeiter des VEB Robotron mussten kämpfen. Nun, zum 50., hagelt es Ehrungen!

Hoher Besuch zu DDR-Zeiten: Volksbildungsministerin Margot Honecker (†89, M.) spricht im Robotron-Gelände mit einem Schüler.
Hoher Besuch zu DDR-Zeiten: Volksbildungsministerin Margot Honecker (†89, M.) spricht im Robotron-Gelände mit einem Schüler.  © Ulrich Hässler

"Unsere Mikroelektronik ist nicht klein zu kriegen", "Hast du einen dummen Sohn, so schicke ihn zu Robotron" - die Witze über das Rechentechnikkombinat sind Legende.

Dabei spielte zur Gründung im April 1969 Ehrgeiz eine Rolle: Die DDR sollte in Sachen Computern nicht nur vom Weltmarkt unabhängig werden, sondern auch mitspielen.

Dresden war geeignet. Hier arbeiteten seit Generationen brillante Mathematiker, die mal segensreich wie bei der Entwicklung des Passagier-Jets in den 1950ern oder unselig wirkten, wie bei der Entwicklung von Steuerungen für die Vergeltungswaffen der Nazis.

Mit Gründung bekam Dresden auch einen neuen Stadtteil: Dort, wo einst die Lingnerstadt stand, wuchs ein Komplex aus modernen Bürogebäuden. In der Mitte die Robotron-Kantine im International Style, um deren Zukunft Stadtrat und Künstler heute ringen.

Zu Ehren des 50. haben die Technischen Sammlungen im Depot gekramt und zeigen jetzt alles vom legendären Großrechner R 300 bis zum Prototypen des ersten DDR-Heimcomputers. Begleitend werden Video- und Fotodokumente vorgeführt. Am 5. April beginnt im Museumskino die Reihe „Hauptrolle Computer“.

Robotron war DER Computer-Produzent im Ostblock. Hier ein Blick ins frisch eröffnete Robotron-Museum.
Robotron war DER Computer-Produzent im Ostblock. Hier ein Blick ins frisch eröffnete Robotron-Museum.  © dpa/Sebastian Kahnert

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