Waffendelikte in Sachsen nehmen erschreckend zu

Einbrecher sind nicht selten mit Schusswaffen ausgerüstet - falls der 
Hausbesitzer auftaucht. (Symbolbild)
Einbrecher sind nicht selten mit Schusswaffen ausgerüstet - falls der Hausbesitzer auftaucht. (Symbolbild)

Dresden - Das Massaker in Las Vegas (58 Todesopfer), verübt von einem durchgeknallten Waffennarr, erschütterte diese Woche die Welt. Auch in Sachsen waren Waffen zuletzt auf dem Vormarsch. Doch anders als in den USA wurden hier die Gesetze (etwas) verschärft.

Zum Stichtag Ende Juni 2017 gab es in Sachsen gut 28.000 „erlaubnispflichtige“ Waffen. In der Regel sind damit „richtige“, also scharfe Pistolen und Gewehre gemeint.

Besitzer sind überwiegend Sportschützen und Jäger. Aber eben auch Kriminelle. Pia Leson, Pressereferentin im Innenministerium: „Im Jahr 2016 wurden 591 Delikte registriert, bei denen die Täter Schusswaffen verwendeten.“

In gut zwei Dritteln dieser Fälle wurde auch tatsächlich geschossen (und nicht nur gedroht). Die Straftaten im Einzelnen (mit Anzahl der Fälle im Jahr 2016):

# Mord und Totschlag (2) # Raub, Erpressung (6) # Körperverletzung (52) # Bedrohung (10) # Hausfriedensbruch (8) #Brandstiftung (2) # Sachbeschädigung (171) # Wilderei (12) # Tierquälerei (18) # Eingriff in den Verkehr (11)

Neuerdings dürfen sächsische Kommunen Plätze zu Waffenverbotszonen 
erklären. (Symbolbild)
Neuerdings dürfen sächsische Kommunen Plätze zu Waffenverbotszonen erklären. (Symbolbild)

Insgesamt nahm die Anzahl der Delikte gegenüber 2015 um fast 40 Prozent (!) zu.

Wohl auch deshalb wurden in den letzten Monaten zwei Gesetze erlassen, die den Waffenbesitz und -gebrauch eindämmen sollen. Der Bund rief bis Mitte nächsten Jahres eine Amnestie für Leute aus, die eine unerlaubte Waffe abgeben wollen.

Seit drei Monaten läuft das Programm, doch wie viele solcher Waffen in Sachsen schon abgegeben wurden, weiß auch das Innenministerium nicht.

Pia Leson: „Die Umsetzung der Amnestieregelung ist ein laufender Prozess, bei dem keine fortlaufende Datenerfassung zu den Ergebnissen erfolgt.“

Noch ganz frisch (Ende September) ist die Möglichkeit für sächsische Gemeinden, Verbrechens-Schwerpunkte zu „Waffenverbotszonen“ zu erklären.

Ob Städte davon Gebrauch machen, wird man aber wohl erst in den nächsten Monaten sehen.


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