Ackern wie in Afrika: So sollen Sachsens Bauern dem Klimawandel trotzen

Dresden - Der Dürresommer 2018 war ein unmissverständlicher Vorbote des Klimawandels. Sachsens Bauern reagieren und blicken dabei auch nach Afrika. Trockene Böden würden nach anderen Pflanzenarten und alternativer Bewässerung verlangen, meint Pflanzenexperte Walter Schmidt (61) vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Ein Landwirt steht im vergangenen Sommer enttäuscht vor seinem Weizenfeld. Die Dürre hat den Ertrag arg schrumpfen lassen.
Ein Landwirt steht im vergangenen Sommer enttäuscht vor seinem Weizenfeld. Die Dürre hat den Ertrag arg schrumpfen lassen.  © Patrick Pleul/dpa

Mehrere Betriebe bauen mittlerweile neben Getreide, Raps und Mais auch Sorghum an - also Hirsepflanzen, die eigentlich aus Afrika stammen. „Gut entwickelte Sorghumpflanzen überstehen Trockenperioden gut, sie gehen in eine Ruhephase über, bis es wieder ausreichend Wasser gibt“, erklärt Agrar-Experte Schmidt.

Auch die wärmeliebenden Sojabohnen werden neuerdings in Sachsen angebaut. Selbst die alte Futterpflanze Luzerne sieht man wieder verstärkt auf den Feldern. Schmidt: „Ihre Wurzeln reichen tief in den Boden, wo sie auch bei Trockenheit Wasser finden.“

Die klassischen Kulturen, wie Weizen, Kartoffeln und Rüben, werden aber weiterhin hier wachsen, ist sich der Experte sicher. Sinnvoll sei es aber, Sorten anzubauen, die früher reif sind. „Das spart Wasser“, sagt Schmidt.

Der Experte rät den Landwirten zudem, ihre Äcker nicht mehr zu pflügen. Denn dadurch würde die Erdoberfläche verschlämmen, würden wasserableitende Poren zerstört, sodass der nächste Regen nicht mehr richtig versickern könne.

Schmidt: „Daher empfehlen wir, Stroh auf den Äckern zu belassen und Zwischenfrüchte anzubauen.“ All das fördert das Bodenleben in der Ackerkrume. „Wenn Regenwürmer sich etwa Stroh in ihre Gänge holen, entstehen Poren, in denen das Wasser wunderbar im Boden versickern kann“, erklärt Schmidt.

Dr. Walter Schmidt (61) ist im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie der Experte für Pflanzenbau.
Dr. Walter Schmidt (61) ist im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie der Experte für Pflanzenbau.  © Steffen Füssel
Hirse könnte für Sachsens Bauern im Klimawandel zur Alternative werden. Das Getreide kommt mit Trockenheit besser zurecht als etwa Weizen.
Hirse könnte für Sachsens Bauern im Klimawandel zur Alternative werden. Das Getreide kommt mit Trockenheit besser zurecht als etwa Weizen.  © Frank Rumpenhorst/dpa

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