Warum besteht in Sachsens Erstaufnahme-Einrichtungen keine Schulpflicht für Flüchtlingskinder?

Dresden - Bisher gingen Flüchtlingskinder in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen monatelang nicht zur Schule. Denn es besteht keine Schulpflicht. Nach heftiger Kritik gibt es nun ein "Bildungsangebot" - verpflichtend ist der Besuch nicht.

Ab sofort gibt es ein abgespecktes Bildungsangebot für Flüchtlingskinder in Erstaufnahmeeinrichtungen.
Ab sofort gibt es ein abgespecktes Bildungsangebot für Flüchtlingskinder in Erstaufnahmeeinrichtungen.  © dpa/Bernd Thissen

Erstmals bieten die Erstaufnahmen sechs bis 18-Jährigen Flüchtlingen nun Schulunterricht an - in den Einrichtungen selbst, so die Landesdirektion.

Aktuell gibt es in Chemnitz 176, in Dresden 100 und in Leipzig 101 potenzielle Teilnehmer.

Im Angebot: Mathe, Englisch, Bewegung und Kunst. Die Kinder können in Altersgruppen und Leistungsstufen eingeteilt werden, hieß es.

Geplant sind je vier Unterrichtsstunden an fünf Tagen pro Woche, zuständig für den Unterricht sind die Betreiber der Erstaufnahmen.

Die Grünen halten das Angebot für ungenügend. Klar ist: Mit regulärem Unterricht an Regelschulen, wie dies in vielen anderen Bundesländern auch von Anfang an für Flüchtlingskinder gilt, hat das Angebot nichts zu tun.

In Sachsen beginnt die Schulpflicht erst nach Verteilung auf die Kommunen: "Familien mit minderjährigen Kindern bleiben bis zu sechs Monaten in den Einrichtungen und werden spätestens nach Ablauf dieser Zeit auf den Kommunen verteilt", so die Landesdirektion.

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