Warum schiebt Sachsen weniger Asylbewerber ab?

Abschiebung per Flugzeug: Tunesien etwa macht hier strikte Vorgaben.
Abschiebung per Flugzeug: Tunesien etwa macht hier strikte Vorgaben.  © dpa/Patrick Seeger

Dresden - Die Zahl der Abschiebungen aus Sachsen ist deutlich gesunken. Wurden im vergangenen Jahr noch 3377 Menschen abgeschoben, waren es im laufenden Jahr bislang 1996. Woran liegt das?

In Sachsen stammen die meisten der derzeit 9914 vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländer aus Indien (1606), Pakistan (1118) und Tunesien (846), so das Innenministerium.

"Insbesondere Indien, Pakistan, Libyen und der Libanon stellen derzeit keine oder nur sehr wenige Passersatzpapiere aus", so ein Sprecher. Besitze ein abgelehnter Asylbewerber aus diesen Ländern keinen Pass, sei es faktisch unmöglich, die Ausreisepflicht durchzusetzen.

Tunesien erlaube etwa nur 25 Personen pro Sammel-Charter. "Sachsen hat eine höhere Zahl an komplexen Ausreisefällen als der Bundesschnitt", so der Sprecher.

Der Freistaat sei mit dem Bund im Gespräch, um auf eine größere Kooperationsbereitschaft dieser Länder hinzuwirken. 2016 hätten sich indes die zahlreichen Westbalkan-Charter auf die Statistik ausgewirkt.

Zudem gab es 2017 bislang 1091 geförderte freiwillige Ausreisen (2016: 1923). Neu nach Sachsen kamen 7791 Asylbewerber (2016: 14860) - die meisten aus Syrien.

Flughafenbus mit abgelehnten Asylbewerbern: In Sachsen ist die Zahl der Abschiebungen gesunken.
Flughafenbus mit abgelehnten Asylbewerbern: In Sachsen ist die Zahl der Abschiebungen gesunken.  © Matthias Balk/dpa
Innenminister Markus Ulbig (53, CDU) will weiter konsequent abschieben.
Innenminister Markus Ulbig (53, CDU) will weiter konsequent abschieben.  © dpa/Sebastian Kahnert

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert, dpa/Patrick Seeger


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