Darum kommen die Tschechen gern auf unseren Weihnachtsmarkt

Die Familie Wolgemut aus dem nordböhmischen Most liebt die weihnachtliche Atmosphäre in Dresden.
Die Familie Wolgemut aus dem nordböhmischen Most liebt die weihnachtliche Atmosphäre in Dresden.  © Thomas Türpe

Dresden - Sie kommen wie nie zuvor - die Tschechen. Unsere Nachbarn schätzen die weihnachtliche Atmosphäre, Auswahl und Qualität der Waren. Für die Händler sind sie eine wichtige Klientel - nicht nur zu Weihnachten. In Dresden hat man sich auf sie eingestellt.

An den Glühweinständen auf dem Striezelmarkt, in den Einkaufspassagen, in Billig-Shops, aber auch in feineren Geschäften lassen die Tschechen derzeit viel Geld. Textilien, Unterhaltungselektronik und Kosmetik-Artikel sind besonders gefragt. "Die Qualität ist besser als bei uns und das Angebot größer", sagt Pavel (28) aus Decin.

Dass mehr Tschechen als im letzten Jahr zum Weihnachtsbummel kommen, bestätigt Dirk Fittkau (46), Manager der Centrum-Galerie: "Unsere Mieter nehmen das so wahr. Die Kassenzettel sind zudem überdurchschnittlich hoch."

Einkaufen satt zu guten Preisen. Das lockt diese Mädelsrunde aus Prag nach Dresden.
Einkaufen satt zu guten Preisen. Das lockt diese Mädelsrunde aus Prag nach Dresden.  © Thomas Türpe

Die Altmarkt-Galerie wirbt sogar regelmäßig in tschechischen Medien.

"Das Konzept geht auf", sagt Managerin Nadine Strauß (42). Derzeit laufen die Planungen für eine tschechischsprachige Ausschilderung im Center.

Auch ein paar Meter weiter, zwischen Glühwein und Erzgebirgskunst, tummeln sich zahlreiche Tschechen auf dem Striezelmarkt. Für die Wolgemuts aus Most (Nordböhmen) gehört der Marktbesuch zur guten Tradition. Vater Milan (54) verrät: "Es ist die zauberhafte Atmosphäre hier, so weihnachtlich." Besonders gelobt: Glühwein aus Keramik-Tassen. Cornelia Liebig (55) vom Plauderstübchen bietet ihre Getränkekarte auf Tschechisch an und lobt die Gäste aus dem Nachbarland: "Ein dankbares und freundliches Publikum."

Während die Tagesgäste in der Statistik nicht erfasst werden, verzeichnet das Dresden Marketing auch bei den Übernachtungen der Tschechen hohe Zuwächse. Von Januar bis Oktober 2017 waren es 25 016. Das sind 10,5 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Student Pavel (22) ist sogar extra aus dem ostböhmischen Pardubice (etwa 250 Kilometer entfernt) angereist, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.
Student Pavel (22) ist sogar extra aus dem ostböhmischen Pardubice (etwa 250 Kilometer entfernt) angereist, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.  © Thomas Türpe
Claudia (22, l.) und Lydia (22) vom "Plauderstübchen" haben für die Gäste eine Getränkekarte in tschechischer Sprache im Angebot.
Claudia (22, l.) und Lydia (22) vom "Plauderstübchen" haben für die Gäste eine Getränkekarte in tschechischer Sprache im Angebot.  © Thomas Türpe

Titelfoto: Thomas Türpe


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