Weil sie bei Unfällen Fotos machen: Justizminister will höhere Strafen für Gaffer

Dresden - Immer wieder behindern Gaffer Rettungskräfte bei der Bergung von Unfallopfern (TAG24 berichtete). Verletzte und Tote werden dreist mit dem Handy gefilmt, die Bilder tauchen dann im Netz auf. Sachsen will, dass die Opfer besser geschützt werden.

Justizminister Sebastian Gemkow (40, CDU).
Justizminister Sebastian Gemkow (40, CDU).  © dpa/Arno Burgi

Schaulustige mit Smartphone nach einem Unfall sind keine Seltenheit: Sachsen setzt bei der Bekämpfung des Gaffer-Phänomens auf eine Verschärfung des Strafrechts.

Der Freistaat unterstütze die Bemühungen des Bundesrates, so ein Sprecher von Justizminister Sebastian Gemkow (40, CDU).

Die Länderkammer fordert vom Bundestag, endlich dafür zu sorgen, dass Unbefugte keine Fotos mehr von tödlich verunglückten Opfern machen dürfen. Bisher sind nur lebende Personen vor solch bloßstellenden Aufnahmen geschützt.

"Unfälle im Vorbeifahren zu fotografieren oder zu filmen, ist ein Fluch der heutigen technischen Möglichkeiten", so Thomas Knaup von der Stabsstelle Kommunikation der Polizei im Innenministerium.

Sich am Leid anderer Menschen zu ergötzen, scheine heutzutage ein weit verbreitetes Phänomen zu sein. Allerdings sei das sogenannte Gaffen rechtlich undefiniert. Die Polizei führe dazu auch keine Statistik.

Die Branddirektion aus dem Leipziger Rathaus spricht von einem "Informationsinteresse" der Bürger, was immer mehr zunehme. Vize-Chef Torsten Kolbe: "Leider ist dabei bei vielen der Griff zum Smartphone obligat."

Durch Gaffer, die mit dem Smartphone filmen, kommt es häufig zu weiteren Unfällen. Hier eine Szene auf der A 4 bei Ohorn.
Durch Gaffer, die mit dem Smartphone filmen, kommt es häufig zu weiteren Unfällen. Hier eine Szene auf der A 4 bei Ohorn.  © xcitepress/rl
Unfälle ziehen immer wieder Gaffer an. Sachsen will, dass auch tote Opfer besser geschützt werden.
Unfälle ziehen immer wieder Gaffer an. Sachsen will, dass auch tote Opfer besser geschützt werden.  © imago images/Mangold

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