Wenn der Chef den Urlaub streicht: Was Du nun tun kannst

Es hätte so schon werden können, doch Dein Chef streicht Dir den Urlaub. Was Du nun beachten musst.
Es hätte so schon werden können, doch Dein Chef streicht Dir den Urlaub. Was Du nun beachten musst.  © DPA

Dresden - Es ist Hochsommer, Ferienzeit und auch Du willst endlich raus aus dem Job und rein in den Urlaub?! Doch dann das: Dein Chef stellt sich quer und statt Urlaub gibt es Überstunden. Ist das erlaubt? Ein Blick ins Urlaubsgesetz hilft weiter. Genauere Infos erfährst Du natürlich auch hier.

Die gute Nachricht vorweg: Dein Chef kann Dir nicht einfach so den Urlaub streichen.

Die schlechte gleich hinterher: Aufgrund diverser Sonderregeln, kann er Dich im Zweifelsfall doch am Arbeitsplatz halten.

Deshalb solltest Du ein paar Punkte beachten:

1. Wenn in Deinem Betrieb gerade "Land unter" herrscht, also zum Beispiel eine Vielzahl von Mitarbeitern krank sind und der Produktionsbetrieb gefährdet ist, kann Dir Dein Vorgesetzter den Urlaub streichen. Wichtig: Er darf dies ohne Deine Einwilligung!

Selbst wenn Du Deinen Traumstrand schon erreicht hast, kann Dich Dein Chef unter bestimmten Bedingungen an den Arbeitsplatz zurückbeordern!
Selbst wenn Du Deinen Traumstrand schon erreicht hast, kann Dich Dein Chef unter bestimmten Bedingungen an den Arbeitsplatz zurückbeordern!  © DPA

2. Bist Du schon im Urlaub oder auf dem Weg dorthin, dann kann Dich Dein Chef sogar zurückbeordern, vorausgesetzt, dass Dein Betrieb, wie in Punkt 1 beschrieben, derart unter Druck steht. Wichtig: Dein Chef muss die Kosten für Deine Rückkehr tragen!

3. Dein Chef wird Dich nur in dringenden Notfällen auf diese Art an den Arbeitsplatz binden. In der Regel wird hier zumindest Rücksprache gehalten und eine gemeinsame Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber getroffen.

4. Du bist in der Probezeit? Dann kannst Du zwar Urlaub beantragen, musst aber damit rechnen, dass er Dir nicht genehmigt wird. Das ist rechtlich möglich.

5. Du darfst grundsätzlich nur 2/5 Deiner Urlaubszeit selbst festlegen. Dein Chef kann Dir also 3/5 Deiner Urlaubszeit zu bestimmten Tagen vorschreiben.

6. Entfallene Urlaubsansprüche dürfen nur ins Folgejahr geschoben werden, wenn "dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe" vorliegen.

7. Du hast gekündigt, aber noch Urlaubsanspruch: Dann gibt's Geld. Denn Dein Arbeitgeber muss Dir die nicht genommenen Urlaubstage finanziell ausgleichen.

8. Entfällt Dein geplanter Urlaub, dann schreibt der Gesetzgeber selbstverständlich vor, dass Du ihn nachholen darfst.

9. Trittst Du Deinen Urlaub einfach an, ohne dass Dein Arbeitgeber zugestimmt hat, droht Dir die fristlose Kündigung.

Mit diesem Wissen bist Du nun bestens aufgestellt, wenn es gilt Deinen nächsten Urlaub zu planen. Und aus diesem Grund: Gute Reise!

Titelfoto: DPA


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