Wenn die Nebenkosten explodieren: Der große Schmu mit dem Winterdienst

Dresden - Der letzte Winter war allenfalls durchschnittlich. Dennoch langt die Vonovia bei den Winterdienst-Nebenkosten der Mieter satt zu. Teils wird das 17-fache des Vorjahres fällig. Der Mieterverein Dresden vermutet Kalkül und schlägt Alarm.

Peter Bartels (73) vom Mieterverein Dresden und Umgebung kritisiert die Vonovia.
Peter Bartels (73) vom Mieterverein Dresden und Umgebung kritisiert die Vonovia.  © Amac Garbe

Bisher zahlten zum Beispiel Vonovia-Mieter in Hellerau (An den Ruschewiesen) 30 Euro für den Winterdienst. Nun werden sie mit 470 Euro zur Kasse gebeten.

Für Mieter mit größeren Wohnungen erhöhten sich die Kosten sogar auf über 600 Euro. Das entspricht über 40 Cent Nebenkosten pro Quadratmeter und Monat. Angemessen seien hingegen 3 Cent.

Ähnlich sieht es an Schiller-, Garten- und Blochmannstraße aus. Dort werden bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung 300 Euro Winterdienstkosten fällig.

"Der Verdacht einer systematischen Preistreiberei mit dem Ziel, eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften, liegt nahe", sagt der Chef des Mietervereins, Peter Bartels (73).

Wer sich wehren will, muss Widerspruch einlegen und braucht starke Nerven.

Widerspruch lohnt sich

Betroffen von höheren Winterdienst-Kosten waren etwa Mieter an der Blochmannstraße.
Betroffen von höheren Winterdienst-Kosten waren etwa Mieter an der Blochmannstraße.  © Amac Garbe

"Der Vermieter muss die Kosten belegen und sie müssen angemessen sein. Es gibt aber sehr lange Bearbeitungszeiten, währenddessen die Vonovia teils weiter Mahnungen verschickt. Das macht vielen Angst", so Rechtsberaterin Katrin Kroupová (44).

Vonovia-Sprecherin Bettina Benner (56): "Wir nehmen die Anliegen sehr ernst. Oftmals handelt es sich aber um komplexe Vorgänge, bei denen wir auf Dienstleister angewiesen sind. Definitiv werden wir für alle Einzelfälle eine Lösung finden."

Gegen die Vonovia wehren lohnt sich oft genug. Als der Vermieter im letzten Jahr aufgrund scheinbar geänderter Wohnlagen flächendeckend Mieterhöhungen verschickte, konnte der Mieterverein 96 Prozent der Klagen dagegen gewinnen.

Der Mieterverein rät zur Prüfung der Nebenkostenabrechnung und zur Einsicht der Belege.
Der Mieterverein rät zur Prüfung der Nebenkostenabrechnung und zur Einsicht der Belege.  © Amac Garbe

Titelfoto: Amac Garbe


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