Wer war das? Kunstwerk auf die Ostrale geschmuggelt

Dresden - Dass Kunstwerke geklaut werden, ist ärgerlich, kommt aber vor. Umso verrückter, was jetzt bei der Kunstausstellung Ostrale passiert ist! Mitarbeiter entdeckten im Ausstellungsraum ein Beton-Kunstwerk, das sie selbst gar nicht aufgestellt hatten. Jetzt rätseln Experten, was es mit dem kuriosen Fund auf sich hat - und wie er überhaupt in die bewachte Ausstellung gelangen konnte ...

Kunstvermittlerin Paula Letalik (28) mit dem rätselhaften Schmuggel-Kunstwerk aus Beton.
Kunstvermittlerin Paula Letalik (28) mit dem rätselhaften Schmuggel-Kunstwerk aus Beton.  © Thomas Türpe

Das gab's noch nie bei der Ostrale: Die Ausstellung ist "unfreiwillig" um ein Kunstwerk reicher! Sonntagnachmittag muss es passiert sein. "Als ich um 15 Uhr eine Führung im Ausstellungsraum gab, war es noch nicht da", sagt Kunstvermittlerin Paula Letalik (28). "Zwei Stunden später lehnte das Werk plötzlich an der Wand, entdeckt von einem unserer Techniker."

Die dicke Platte aus Beton ist 65 Zentimeter hoch, wurde künstlerisch gestaltet. "Es könnte einen Torso darstellen, einen Oberkörper ohne Kopf", schildert Letalik. Die Schmuggler hinterließen auch einen Zettel: "Commando Benton und Zucker....2026 Grundstein" - die Beschriftung gibt Rätsel auf. "Unsere Recherche brachte keinen Aufschluss."

Nur wie konnte das zehn Kilo schwere Werk überhaupt in den Ausstellungsraum in der ehemaligen f6-Zigarettenfabrik in Striesen gelangen - Taschen und Rucksäcke müssen abgegeben werden!

"Zu der Zeit waren viele Besucher da, einige mit Kinderwagen und Rollstuhl. Wir vermuten, dass es so hineingeschmuggelt wurde", so Paula Letalik. Böse sind die Veranstalter den "Tätern" nicht, im Gegenteil! Denn das Werk passt sogar in den Raum, in dem weitere Beton-Stücke ausgestellt sind.

"Wir betrachten Werk und Schmuggel als doppelt künstlerischen Akt, würden gern mehr von den Machern erfahren", sagt Paula Letalik. "Die Schmuggler brauchen keine Strafe fürchten."

Das Werk darf bleiben, soll sogar Teil der Ausstellung (läuft bis Monatsende) werden.

Techniker Paul Michel (34) entdeckte das "neue" Ausstellungsstück.
Techniker Paul Michel (34) entdeckte das "neue" Ausstellungsstück.  © Thomas Türpe
Die bislang unbekannten Künstler hinterließen am Werk diesen Hinweis.
Die bislang unbekannten Künstler hinterließen am Werk diesen Hinweis.  © Thomas Türpe

Titelfoto: Thomas Türpe

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