Für Bus-, Bahn- und Radfahrer: Wie gefährlich ist Dresden?

DVB-Vorstand Lars Seiffert setzt auf Videoüberwachung in Bus und Bahn.
DVB-Vorstand Lars Seiffert setzt auf Videoüberwachung in Bus und Bahn.  © Ove Landgraf

Dresden - Kreuzende „Kampfradler“, kameraüberwachte Straßenbahnen und schlecht beleuchtete Haltestellen: Wie sicher sind die Dresdner mit Bus und Bahn oder per Rad in der Stadt unterwegs?

Genau hierzu diskutierten Donnerstag Vertreter von Polizei, Dresdner Verkehrsbetriebe und der Stadt Dresden im Plenarsaal des Rathauses.

Polizeipräsident Horst Kretzschmar lieferte zunächst Fakten: Radfahrer waren im Jahr 2016 an acht Prozent aller Verkehrsunfälle beteiligt. Das sei kein Schwerpunkt, aber bei 45 Prozent aller Unfälle mit Verletzten kämen Radfahrer zu Schaden: „Radler gehören zu den schwachen Verkehrsteilnehmern ohne Knautschzone.“

160 schwerverletzte und 863 leichtverletzte Radler gingen letztes Jahr in die Unfallbilanz ein. Gäste aus dem Publikum berichteten von „Kampfradlern“, die Fußgänger gefährdeten.

Wie sicher ist Dresden? Viel Information und lebhafte Diskussion am Donnerstag im Ratssaal.
Wie sicher ist Dresden? Viel Information und lebhafte Diskussion am Donnerstag im Ratssaal.  © Eric Münch

Die Radverkehrsbeauftragte Nora Ludwig betonte: „Auch Radler müssen sich grundsätzlich an die Straßenverkehrsordnung halten!“

Wesentlich sicherer und geschützter waren im vergangenen Jahr die 157 Millionen Fahrgäste der DVB unterwegs. Vorstand Lars Seiffert: „Wir hatten 2016 genau 402 Personenschäden und 494 Zusammenstöße.“

Statistisch hätte jede Straßenbahn nur alle 43.000 Kilometer einen Unfall, ein Bus nur alle 60.000 Kilometer. Das Sicherheitsgefühl in der Bahn werde durch Überwachungskameras gesteigert.

„In Dresden sind die Kameras akzeptiert“, so Seiffert. Der Vandalismus sei zurückgegangen, die Daten werden nur 24 Stunden gespeichert und eine Auswertung erfolge nur durch die Polizei. Vergangenes Jahr prüften die Beamten in 276 Fällen die Bänder.

Das Fazit von Polizeipräsident Kretzschmar: „Wir haben Verkehrsregeln, die immer den schwächeren Verkehrsteilnehmer vor dem Stärkeren schützt.“ Wenn sich alle dran halten würden, wäre der Umgang im Verkehr also ganz leicht.

Verkehrsknoten Albertplatz: Wo Radler, Straßenbahnen, Autos und Fußgänger zusammentreffen, ist die Unfallgefahr besonders groß.
Verkehrsknoten Albertplatz: Wo Radler, Straßenbahnen, Autos und Fußgänger zusammentreffen, ist die Unfallgefahr besonders groß.  © Steffen Füssel

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