Regierung droht neuer Gegenwind

Die moderne Generation der Windkraftanlagen sind 200 Meter und höher.
Die moderne Generation der Windkraftanlagen sind 200 Meter und höher.

Von Pia Lucchesi

Dresden - Die Landesregierung veröffentlichte dieser Tage einen neuen Windenergie-Erlass. Der stellt klar: Großzügige Abstandsregeln für die Errichtung neuer Windkraftanlagen wird es mit Schwarz-Rot nicht geben. Deshalb droht neuer Ärger mit einer Reihe von Bürgerinitiativen.

„Ein Schlag ins Gesicht der Menschen im ländlichen Raum“, schimpft Michael Eilenberger vom sächsischen Landschaftsschutz-Verband, der die Interessen der Bürgerinitiativen gegen den Ausbau der Windenergie vertritt.

Diese fordern den Schutz der Anwohner vor negativen Auswirkungen der Windrad-Riesen, die heute schon 200 Meter hoch in den Himmel wachsen.

Die Gegenwind-Aktivisten vertrauten bisher Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Dessen Partei hatte sich 2014 im Bundesrat grünes Licht dafür geholt, die sogenannte 10H-Abstandsformel (Abstand Windrad zu Wohnbebauung = zehnfache Windradhöhe) in Sachsen einführen zu dürfen.

Der Erlass vom 20. November erlaubt nun Abstände von weniger als „5H“. Eilenberger wütend: „Wir fühlen uns verraten und verkauft von der CDU.“

Ins gleiche Horn stößt Günter Mielke, Vizepräsident der sächsischen Landsenioren: „Das ist offener Vertrauensbruch.“

CDU-Landrat Michael Geisler (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) versteht den Bürger-Frust. Sein Kreisrat bekennt sich zu „10H“. Geisler, der auch Chef des Regionalen Planungsverbandes ist:

„Die Klimaziele sind Staatsziele. Darum sollte der Staat hier auch seine Ausgleichsfunktion wahrnehmen.“

Foto: dpa/Patrick Pleul


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