Wirbel um "Neue Heimat": So will Dresden Kulturhauptstadt werden

Dresden - "Neue Heimat Dresden 2025" lautet das Motto der Kulturhauptstadt-Bewerbung. Doch der Begriff ist eigentlich verbrannt. In den 80er Jahren erschütterte die "Neue-Heimat-Affäre" die Bundesrepublik.

OB Dirk Hilbert (47, FDP) ist der Kopf der Kulturhauptstadt-Bewerbung.
OB Dirk Hilbert (47, FDP) ist der Kopf der Kulturhauptstadt-Bewerbung.  © dpa/Sebastian Kahnert

Die "Neue Heimat Hamburg" war eine Wohnungsgenossenschaft. Durch einen Bericht im "Spiegel" kam heraus, dass sich Vorstände auf Kosten der Mieter bereichert hatten.

Wenig später war klar: Das Unternehmen ist komplett verschuldet. Allein ein Vorstand hatte durch Privatgeschäfte einen Verlust von über 100 Millionen Mark angehäuft.

"Einer der größten Skandale der alten Bundesrepublik. Das Motto scheint suboptimal, offensichtlich haben sich die Kampagne junge Leute ausgedacht", so Linken-Chef Jens Matthis (52).

Kerstin Wagner (39, Linke) kommentierte im Internet mit "peinlich". Michael Schmelich (64, Grüne): "Der Name ist dauerhaft verbrannt."

"Wir haben diskutiert, aber es gibt keinen Grund, den Begriff nicht neu definieren zu können", sagt Stadtsprecher Kai Schulz (44) über die Entscheidung der Stadt. "Ich hatte am Anfang Zweifel. Aber wir können den Begriff Heimat neu fassen und sollten uns das schöne Wort nicht dauerhaft nehmen lassen", so Christiane Filius-Jehne (62, Grüne).

Das nun vorgestellte Motto "Neue Heimat Dresden 2025" sorgte für reichlich Kopfschütteln.
Das nun vorgestellte Motto "Neue Heimat Dresden 2025" sorgte für reichlich Kopfschütteln.  © dpa/Sebastian Kahnert

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert

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