100 Prozent Wolfs-Schadenersatz: Rundum-Sorglos-Paket für Sachsens Schafhalter

Dresden - Jetzt kann der Isegrim kommen. Der Freistaat führt für die Halter von Schafen eine Art Wolfs-Kasko ein. Fortan werden sowohl Schäden als auch Nebenkosten nach Attacken des Räubers vollständig ausgeglichen.

Schäfer Felix Wagner von der Naturschutzstation Förstgen verlor 2018 Dutzende Tiere nach einer Wolfsattacke.
Schäfer Felix Wagner von der Naturschutzstation Förstgen verlor 2018 Dutzende Tiere nach einer Wolfsattacke.  © Andre Schulze

Was das Wahljahr so alles möglich macht. Am Freitag überraschte Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (57, CDU) mit einer Neuregelung zum Herdenschutz vor Wölfen. Deren Kernaussage: Ab sofort wird der Freistaat für Investitionen in den Schutz von Schafen, Ziegen und Gatterwild vor Wölfen eine Förderung der vollen Kosten gewähren!

Auch die Schäden werden den Tierhaltern fortan zu 100 Prozent ersetzt. Und das umfasst nach Angaben des Ministeriums nicht nur den Ersatz gerissener Tiere, sondern auch indirekte Schäden. Dazu zählen etwa Tierarztkosten für verletzte Nutztiere sowie Kosten, die bei der Suche nach vermissten Tieren entstehen.

"Die Unterstützung von Herdenschutzmaßnahmen und der Ausgleich von entstandenen Schäden sind zentrale Elemente, um die vielfältigen Konflikte, die mit der Rückkehr des Wolfes in der Kulturlandschaft verbunden sind, zu minimieren", sagte Schmidt. Die Europäische Kommission habe dafür die erforderliche Genehmigung erteilt.

In Sachsen gibt es aktuell 20 Wolfsrudel und damit die meisten in Deutschland.

Meister Isegrim auf der Jagd. Die von ihm angerichteten Schäden sind nun zu 100 Prozent staatlich abgesichert.
Meister Isegrim auf der Jagd. Die von ihm angerichteten Schäden sind nun zu 100 Prozent staatlich abgesichert.  © Monika Skolimowska/dpa

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa

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