Promi-Prozess: Xavier Naidoo in Dresden vor Gericht

Dresden - Dieser Weg wird kein leichter sein... Weil der Soul-Sänger Xavier Naidoo (47) in der Landeshauptstadt geblitzt wurde, ist der Barde (Songwriter) nun ein Fall für die Amtsrichterin. Das Verfahren ist alles andere als einfach.

Nach dem Konzert mit den Söhne Mannheims in der Dresdner Garde 2017 wurde Naidoo geblitzt.
Nach dem Konzert mit den Söhne Mannheims in der Dresdner Garde 2017 wurde Naidoo geblitzt.  © Andreas Weihs

Soviel ist klar: Am 1. Juni 2017 rauschte der Bentley von Xavier mit 73 Sachen in den Blitzer an der Dohnaer Straße.

Dort sind aber nur 50 km/h erlaubt. Offenbar kam der Sänger gerade vom Konzert mit seinen Mannen in der Garde. Soweit so einfach. Ab da beginnen die Probleme:

Das Ordnungsamt Dresden erließ einen Ordnungsgeldbescheid (OWi-Verfahren) gegen den Sohn Mannheims. Doch das Schreiben war nicht zustellbar. Immer wieder wurde beim Meldeamt in Mannheim nachgefragt. Immer wieder bekam Dresden die Adresse bestätigt, wahlweise einen Sperrvermerk, weil es sich um eine Promi handelt.

Doch die Post schickte das Knöllchen immer wieder mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“, wahlweise „Zustellung erfolglos“ zurück. Merkwürdig: Der geschickte Anhörungsbogen errichte den Adressaten.

Die Dresdner Behörde griff, um eine Verjährung zu verhindern, zum aus ihrer Sicht letzten Mittel: Der öffentlichen Zustellung. Heißt: Das Knöllchen gegen den deutschlandweit bekannten Sänger hing tagelang im Rathaus Dresden öffentlich aus!

Aus Sicht der Verteidiger ein grober Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte ihres Mandanten. Außerdem argumentierten die Verteidiger von Naidoo, dass das Knöllchen ohnehin verjährt wäre. Das aber sah die Richterin völlig anders.

Prompt forderten die Verteidiger nun, die Gebrauchsanweisung der Blitzanlage studieren zu können und einen DEKRA-Gutachter dazu zu befragen. Der Prozess wird also fortgesetzt. Naidoo selbst war vom Erscheinen zum Prozess entbunden, musste zum Termin nach Dresden nicht kommen. Ob das so bleibt, ist offen.

Übrigens: Das Knöllchen hätte den Sänger 130 Euro gekostet.

Ließ vor Gericht seine Anwältin sprechen: Xavier Naidoo.
Ließ vor Gericht seine Anwältin sprechen: Xavier Naidoo.  © Imago

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0