Dresden zapft die Sonne an: Zahl der Solarmodule steigt, aber es gibt einen Haken

Dresden - Neun Sonnenstunden gab es Samstag in Dresden! Die reinste Freude - auch für die Besitzer von Solarmodulen zur Warmwasser- oder Stromerzeugung. Die werden nachweislich immer mehr: Pro Jahr werden zwischen 100 und 110 Anlagen neu errichtet. Davon fast 90 Prozent unter 10 Kilowatt Leistung auf Hausdächern, berichtet die Drewag.

In Dresden-Reick betreibt die Drewag ein Innovationskraftwerk. Auch eine große Solaranlage befindet sich dort an dem historischen Standort.
In Dresden-Reick betreibt die Drewag ein Innovationskraftwerk. Auch eine große Solaranlage befindet sich dort an dem historischen Standort.  © Jürgen-M. Schulter

Die Sonne anzuzapfen liegt im Trend. "Fotovoltaikanlagen auf den Dächern städtischer Gebäude bilden einen Baustein in unserer Gesamtstrategie, wie wir CO2-Emissionen in Dresden reduzieren und damit das Stadtklima verbessern", beschreibt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne) sein Konzept.

"Bei städtischen Neubaumaßnahmen und Dachsanierungen werden Fotovoltaikanlagen in Zukunft immer dann errichtet, wenn dies möglich ist."

Auf kommunalen Gebäuden gibt es heute 27 Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von circa 650 Kilowatt (kW) von externen Betreibern, denen die Stadt das Dach zur Verfügung stellt.

Neben zehn kleinen Demonstrationsanlagen von einem kW in Schulen existieren stadteigene Anlagen mit je zehn kW seit 2016 auf dem Kita-Neubau Schützenhofstraße 103 und seit 2010 auf dem Tennisplatz Oehmstraße 1.

Einzelpersonen, Unternehmen, Vereine: Wer erzeugt alles Solarenergie in Dresden?

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. Die Stadt besitzt ein Solarpotenzial-Dachkataster. Damit können Hausbesitzer ermitteln, wie geeignet ihre Dachflächen für Solarenergie-Nutzung sind.
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. Die Stadt besitzt ein Solarpotenzial-Dachkataster. Damit können Hausbesitzer ermitteln, wie geeignet ihre Dachflächen für Solarenergie-Nutzung sind.  © Thomas Türpe

Das Sonnen-Strom-Kraftwerk für die Kita Wurzener Straße 19 ging Anfang 2019 in Betrieb. Schmidt-Lamontain: "Im ersten Halbjahr 2019 sind zwei weitere städtische Anlagen auf bestehenden Gebäuden geplant."

Laut Angaben der Stadtwerke erzeugen 1200 Einzelpersonen, 260 Unternehmen sowie 35 Vereine und Einrichtungen (Stand Februar 2019) in der Stadt Power mit Solaranlagen. Die insgesamt 1751 Stromerzeugungseinheiten besitzen zusammen 28,5 Megawatt Leistung. Der kommunale Versorger benennt ihre Einspeisung ins öffentliche Netz mit 22,1 Gigawattstunden.

Die erzeugte Strommenge entspricht dem Strombedarf von rund. 7700 Haushalten. Bezogen auf den Gesamtbedarf der Stadt Dresden (etwa 2600 GWh/Jahr) wären so rein rechnerisch drei bis vier Tage abgedeckt. Also gerade mal ein Prozent!

"Ein seriöser Vergleich ist das aufgrund der Volatilität von Solarstrom allerdings nicht", erklärt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann (53).

Steffen Lohmann (43) auf der Baustelle Straßenbahnhof Dresden-Trachenberge. Als Bauleiter überwacht er auch die Montage der Solarmodule zur Stromerzeugung auf dem Dach.
Steffen Lohmann (43) auf der Baustelle Straßenbahnhof Dresden-Trachenberge. Als Bauleiter überwacht er auch die Montage der Solarmodule zur Stromerzeugung auf dem Dach.  © Petra Hornig
Anfang des Jahres bekam auch das Internationale Congress Center Dresden eine Solaranlage aufs Dach.
Anfang des Jahres bekam auch das Internationale Congress Center Dresden eine Solaranlage aufs Dach.  © Norbert Neumann
Die 138. Oberschule in Gorbitz gehört zu den zehn Schulen in Dresden, die eine kleine Solar-Demonstrationsanlagen von 1 Kilowatt Leistung besitzen.
Die 138. Oberschule in Gorbitz gehört zu den zehn Schulen in Dresden, die eine kleine Solar-Demonstrationsanlagen von 1 Kilowatt Leistung besitzen.  © Ove Landgraf

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