Zoff mit Dresdens Straßenmusikern: Rathaus denkt über Verbote nach

Dresden - Im Dezibel-Streit mit den Dresdner Straßenmusikern drückt das Rathaus jetzt auf die Stopp-Taste. Auch ein, zwei weitere Probleme werden angegangen.

Gitarrist Vincent van Hessen (48) spielt seine eher sanften Klänge momentan noch mit Verstärker, wehrt sich aber auch gegen zu laute Musiker.
Gitarrist Vincent van Hessen (48) spielt seine eher sanften Klänge momentan noch mit Verstärker, wehrt sich aber auch gegen zu laute Musiker.  © Norbert Neumann

Spätestens im Frühling soll in Dresden eine überarbeitete Straßenkunst-Satzung gelten. Wichtigste Änderung: "Der Einsatz von Lautsprechern, Verstärkern oder anderen Anlagen, welche die musikalische oder künstlerische Darbietung akustisch verstärken, sind untersagt."

Hintergrund sind regelmäßige Beschwerden von Anwohnern, aber auch von Künstlern selbst, über teils ohrenbetäubenden Lärm durch Verstärkeranlagen. "Straßenmusik und Straßenkunst werden nach wie vor als Belästigung empfunden, wenn man beispielsweise bei geschlossenen Fenstern Unterhaltungen nur noch erschwert führen kann", so der zuständige Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne).

Zudem reagiert die Stadt auf die neuen Wohnungen an der Prager Straße: Auf Höhe des neuen Prager Carrées bis zum Pullman-Hotel wird es Musikern und Künstlern zukünftig nicht mehr erlaubt sein, zu spielen.

Bislang geduldete Kunstaufführungen mit Tieren werden ebenfalls untersagt. Aus Sicht der Stadt fällt das Zur-Schau-Stellen von Tieren meist in den Bereich des Bettelns.

Verstärker wie hier auf dem Neumarkt sollen zukünftig stadtweit verboten werden.
Verstärker wie hier auf dem Neumarkt sollen zukünftig stadtweit verboten werden.  © Steffen Füssel
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne) ist für die Straßenkunst-Satzung zuständig.
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (42, Grüne) ist für die Straßenkunst-Satzung zuständig.  © Ove Landgraf
Tiere als Bestandteil von Kunstaktionen sollen nicht mehr erlaubt sein.
Tiere als Bestandteil von Kunstaktionen sollen nicht mehr erlaubt sein.  © DPA

Titelfoto: Ove Landgraf, Norbert Neumann


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