"Qualhaltung": Schwere Vorwürfe gegen Dresdner Zoo

Im Dresdner Zoo herrschen laut der Organisation die schlechtesten Orang-Utang-Bedingungen in ganz Europa.
Im Dresdner Zoo herrschen laut der Organisation die schlechtesten Orang-Utang-Bedingungen in ganz Europa.  © DPA

Dresden - Laut den Verantwortlichen der Tierschutzorganisation "Great Ape Project" soll der Zoo Dresden die "europaweit übelsten Qualhaltungseinrichtungen" haben.

Die Tierschutzorganisation "Great Ape Project", die sich für Menschenaffen engagiert, verlieh dem Tierpark den "Negativ-Award 2017".

Die Initiative weise auf die "schlimmste Orang-Utan-Haltung in einem europäischen Zoo" hin, berichtet SZ-Online.

Zudem seien die Gehege im Orang-Utan-Haus kleiner als Fachleute empfehlen. Es handele sich um "bunkerartige Abteile", findet "Great Ape Project".

Die Organisation geht sogar noch einen Schritt weiter: Es seien die "europaweit übelsten Qualhaltungseinrichtungen". Deshalb fordere die Initiative auch das Ende der Orang-Utan-Haltung in Dresden.

Zoo-Chef Karl Ukena räumte ein: "Die Haltungsbedingungen sind nicht optimal". Allerdings sei der Gesundheitszustand der Menschenaffen "sehr gut", sagte er.

Die vom Bund und der Organisation vorgeschlagenen Gehegegrößen hätten nur empfehlenden Charakter. Außerdem sei ohnehin der Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses geplant, so Ukena weiter. Acht Millionen Euro will der Zoo allein dafür 2019 und 2020 ausgeben.

Das Great Ape Project wurde in den 90er-Jahren ins Leben berufen. Ihren Sitz hat die Tierschutzorganisation in Train/St. Johann bei Ingolstadt.