Fertigstellungs-Termin geplatzt: Steigt Thüringen aus dem Knast-Projekt aus?

Dresden/Zwickau - Der Pannenknast von Zwickau-Marienthal: Angesichts der massiven Bauverzögerungen nimmt Thüringen nun vorsichtig Abstand vom Projekt. Ist das der Anfang vom Ende?

Bodo Ramelow (62, Linke).
Bodo Ramelow (62, Linke).  © dpa/Martin Schutt

Anfang Juni schlug die Nachricht wie eine Bombe ein: Es konnte für den Bau kein Generalunternehmer gefunden werden. Damit geht alles zurück auf null - und es gibt nicht mal mehr einen Fertigstellungstermin!

Ursprünglich war 2019 geplant. Der Knast mit 820 Plätzen ist ein Gemeinschaftsprojekt von Sachsen und Thüringen. Doch das Nachbarland will jetzt eigene Wege gehen.

Aufgrund der Ungewissheit kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow (62, Linke) gegenüber der "LVZ" an, es sei nicht ausgeschlossen, dass Thüringen auf Haftplätze verzichte und diese Sachsen überlasse. "Erst mal" sei aber von einem kompletten Rückzug keine Rede.

Ist das der Anfang vom Ende? "Sachsen geht davon aus, dass der Staatsvertrag erfüllt und eine gemeinsame Haftanstalt in Südwestsachsen errichtet wird", heißt es aus dem Finanzministerium. Mit hoher Dringlichkeit werde ein zweites Vergabeverfahren vorbereitet.

"Bereits im ersten Halbjahr 2019 soll mit ersten Baumaßnahmen begonnen werden." Die Grünen schlagen als Ersatz die Neukonzeption einer kleineren Anstalt in Zwickau vor.

Wann die JVA in Zwickau fertig wird, ist völlig unklar.
Wann die JVA in Zwickau fertig wird, ist völlig unklar.  © Maik Börner

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0