Ist das die richtige Art, um gegen Drogen zu werben?

Text und Foto passen nach Meinung vieler Kritiker irgendwie nicht zusammen.
Text und Foto passen nach Meinung vieler Kritiker irgendwie nicht zusammen.

Dresden - Kann man vor Crystal warnen, ohne zu zeigen, welche Folgen der Konsum dieser Droge hat?

Die Stadt Dresden versucht es gerade. An 250 Standorten in der Stadt hängen Plakate, die vor der Teufelsdroge waren. Doch vielen sind die Motvie zu harmlos, belanglos oder (besonders das Motiv mit der Familie) einfach nur daneben.

Die Aktion ist Teil der Suchtprävention der Stadt Dresden. Dabei geht es um den Crystalkonsum in der Familie und beim Partymachen.

Denn zum Einen setzt sich Crystal immer mehr als Partydroge durch und zum Anderen gibt es immer mehr Schwangere und Eltern, die Crystal aus unterschiedlichsten Gründen nehmen und damit die Familie und das Wohl ihrer Kinder gefährden.

Allerdings ist davon nichts auf den Plakaten zu sehen. Ein Bezug zu den Gefahren der Droge lässt sich rein optisch nicht herstellen. Auf den Punkt gebracht: Diese Anti-Drogen-Werbung schreckt nicht ab.

Im Internet wird das heftig diskutiert. Bei Facebook fragten zum Beispiel die Macher der Internetseite "Schlecky Silberstein": "Ohne da irgendwem zu nahe treten zu wollen, liebe Dresdner. Aber: Habt Ihr keinen Alkohol mehr?"

Das zweite Plakatmotiv. Thema: Crystal und Partys
Das zweite Plakatmotiv. Thema: Crystal und Partys

Auch TV-Moderator Jan Böhmermann teilte das Plakat auf seinem Twitteraccount. Mehr als 500 Mal wurde es retweetet. Oft mit Ironie, weil das Plakatmotiv angeblich das Ziel verfehlen würde. Sie würden nicht auf das tatsächliche Suchtproblem hinweisen.

Beispielsweise hatte der Landkreis Görlitz Anfang des Jahres mit einem deutlich drastischeren Video vor dem Konsum von Crystal gewarnt.

„Es geht darum, seine eigenen Grenzen wahrzunehmen und sich so zu akzeptieren, wie man ist. Manchmal heißt das eben auch, Ängste auszuhalten, Niederlagen einzustecken oder etwas nicht zu schaffen. Das gehört zum Leben dazu“, erklärt Dresdens Suchtbeauftragte Dr. Kristin Ferse den Sinn der neuen zwei Plakat-Motive.

Bei der Dresdner Kampagne wurde demnach bewusst darauf verzichtet, rein optisch auf die Folgen der Crystal-Sucht hinzuweisen.

"Wir wollen das positive, komsumfreie Image stärken und gleichzeitig nicht mit erhobenen Zeigefinger und abschreckenden Bildern agieren", erklärt die Dresdner Suchtbeauftragte. Und vor allem ist ihr wichtig: "Konsumierende Dresdner sollen nicht stigmatisiert werden."

So twitterte Jan Böhmermann:

Mit diesem krassen Video warnt der Landkreis Görlitz vor Crystal


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