Dresdens neue Super-Tram: Bürger dürfen mitbestimmen!

Dresden - Man muss schon zweimal hinschauen. Beim ersten Blick auf das Modell des neuen Stadtbahnwagens im Verkehrsmuseum möchte man meinen, es sei eine echte Bahn. Doch der Bau der insgesamt 30 Wagen, die von der DVB im August 2019 bei Bombardier bestellt wurden, beginnt erst im März. Zuvor sollen die Gestaltung und Funktionalität getestet werden.

Ab Mittwoch können sich die Dresdner selbst ein Bild der neuen Bahnen machen, virtuell und als Modell.
Ab Mittwoch können sich die Dresdner selbst ein Bild der neuen Bahnen machen, virtuell und als Modell.  © Norbert Neumann

Dabei sind die Dresdner gefragt. Diese dürfen das Modell vom 8. bis 19. Januar jeweils mittwochs bis sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr kostenlos besichtigen. Mit einer VR-Brille können sie im Inneren schon einmal erleben, wie die eine komplette Stadtbahn einmal aussehen wird.

Mit einem iPad funktioniert das auch von außen. So wird aus dem neun Meter langen Modell eine komplette Bahn mit fast 45 Metern Länge. In die neue Super-Tram passen später bis zu 290 Passagiere. Worauf diese sitzen werden, ist noch nicht entschieden. Die Sitzeflächen könnten gepolstert oder mit Laminat verkleidet werden.

Im Modell sind beide Varianten verbaut. Die DVB hofft nun auf Feedback der Besucher. Bereits sicher ist, dass es unter den Sitzen Steckdosen und USB-Anschlüsse geben wird, über die die Fahrgäste ihre Mobilgeräte laden können. Kostenloses WLAN ist ebenso an Bord wie eine ausgeklügelte Belüftungstechnik.

Von innen wie außen fallen die großen Panoramafenster auf. "Wir haben noch nie so große Fenster verbauen dürfen", sagt Designer Nils Krüger (49) vom büro+staubach in Berlin. Ansonsten sei das äußere Design eine behutsame Fortentwicklung der Bestandsfahrzeuge, erklärt er. Interessant ist für die Fahrgäste aber vor allem der Innenraum. Dieser ist deutlich großzügiger als bei den aktuellen Bahnen.

Der Grund: Die neuen Wagen sind rund 35 Zentimeter breiter als die alten. Dadurch sind auf beiden Wagenseiten jeweils zwei vollwertige Sitzplätze möglich. Deren Abstand ist ebenso gewachsen wie die Breite des Mittelganges. Durch die breiteren Wagen können zehn Prozent mehr Fahrgäste transportiert werden, erklärt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne). Für die Arbeit an der Mobilitätswende seien das wichtige zehn Prozent, sagt er.

Bis der erste neue Wagen in Dresden ankommt, wird es noch bis Sommer nächsten Jahres dauern. Bis Herbst 2023 sollen dann alle ausgeliefert sein.

Rekord und Dämpfer für die DVB

Mit der Virtual-Reality-Brille kann man sich im ganzen Fahrzeug umschauen.
Mit der Virtual-Reality-Brille kann man sich im ganzen Fahrzeug umschauen.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) stellt zum wiederholten Mal einen Fahrgastrekord auf. Rund 164 Millionen Passagiere waren 2019 mit Bus oder Bahn unterwegs.

Das sind eine Million mehr 2018. In den drei Jahren zuvor stieg die Anzahl der Fahrgäste allerdings jeweils um drei Millionen. DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (51) sieht die Ursache für den Dämpfer in den massiven Baumaßnahmen.

Ohne diese wäre der Anstieg wohl noch deutlicher ausgefallen. Prognosen zufolge werde die Zahl der Fahrgäste in den nächsten Jahren auf 173 Millionen ansteigen, teilt das Unternehmen mit.

Die DVB hat aber nicht nur wegen der Anzahl der Fahrgäste Grund zur Freude. Diese sind nämlich auch so zufrieden wie nie zuvor.

Im bundesweiten Vergleich von 36 Verkehrsunternehmen belegt die DVB damit zum fünften Mal in sechs Jahren den ersten Platz.

Alexander Ketterl (50) von Bombardier, DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (51), Verkehrsminister Martin Dulig (45, SPD) und Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne, v.l.n.r.) haben schon einmal Probe gesessen.
Alexander Ketterl (50) von Bombardier, DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (51), Verkehrsminister Martin Dulig (45, SPD) und Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne, v.l.n.r.) haben schon einmal Probe gesessen.  © Norbert Neumann
Gebaut werden die neuen Wagen bei Bombardier in Görlitz und Bautzen.
Gebaut werden die neuen Wagen bei Bombardier in Görlitz und Bautzen.  © Norbert Neumann

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