Dresdner Busfahrer will Verschleierte nicht mitnehmen

Erst nachdem zwei weitere Fahrgäste mit dem Busfahrer redeten, konnte eine vollverschleierte Frau in den Bus steigen.
Erst nachdem zwei weitere Fahrgäste mit dem Busfahrer redeten, konnte eine vollverschleierte Frau in den Bus steigen.  © DPA

Dresden - Ein Busfahrer der Linie 360 Richtung Zinnwald wollte am Samstag eine vollverschleierte Frau nicht mitnehmen, obwohl sie einen Fahrschein hatte.

Wie szonline schreibt, habe der Busfahrer gesagt, "dass er nur Fahrgäste mitnehmen könne, die erkennbar seien". Im Falle einer Straftat müsse er schließlich wissen, wie der Täter aussähe. Im Bus saßen weitere 15 bis 20 Passagiere.

Zwei junge Frauen kamen der Frau zu Hilfe, redeten auf den Busfahrer ein. Dann konnte die verschleierte Frau doch mit dem Bus vom Hauptbahnhof in Richtung Zinnwald fahren.

Der Sprecher des Busunternehmens Regionalverkehr Dresden (RVD), Volker Weidemann, bestätigte den Vorfall. Laut szonline fand er diesen Vorfall nicht "kritikwürdig".

Der Fahrer habe sich bei der Einsatzstelle rückversichert, ob er die voll verschleierte Frau mitnehmen darf. "Es gibt keine Regularien, die verbieten, dass jemand mit Burka mitgenommen wird“, so Weidemann. Das habe die Einsatzleitung wohl dem Fahrer auch mitgeteilt. Nun hätten die Frauen einsteigen dürfen.

"Bis das geklärt war, verging Zeit", sagt der Sprecher. Das sei sicher unangenehm für die Frauen gewesen. Dennoch: "Der Busfahrer hat nichts Verwerfliches getan."

Titelfoto: Türpe/dpa


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