Eislöwen-Coach Molling schwärmt vom russischen Hockey und will in Play-offs!

Dresden - Zehn Jahre ging Jochen Molling in die Trainerschule. Im Nachwuchs und zuletzt als Co-Trainer bei den Dresdner Eislöwen. Am Freitag bestreitet der 45-Jährige in Ravensburg sein erstes Ligaspiel als Chef hinter der Bande.

Eislöwen-Coach Jochen Molling engagiert an der Bande.
Eislöwen-Coach Jochen Molling engagiert an der Bande.  © Lutz Hentschel

TAG24 verriet der neue Löwen-Dompteur, wie er tickt, was Videokassetten in seinem Leben für eine Rolle gespielt haben und welches Saisonziel er ausgegeben hat.

TAG24: Herr Molling, Sie sind 1975 in Westberlin geboren. Haben Sie als Kind Eishockey im Osten wahrgenommen?

Molling: "Klar, wir hatten DDR1 und DDR2. Und immer wenn bei einer WM die UdSSR gegen die CSSR gespielt hat, dann wurde diese Partie im DDR-Fernsehen übertragen und ich habe es gesehen. Das war spannend. Ich habe dies immer auf Videokassetten aufgenommen und im Sommer es nochmal angeschaut. Die Aufnahmen stehen heute noch im Keller bei meiner Mutter."

TAG24: Was hat Sie daran so fasziniert?

Molling: "Das russische Eishockey fand ich als Kind spitze. Deren Spielweise von damals hat heute noch viel Einfluss auf unser Spiel. Mit meinem Vater bin ich sogar mal nach Ostberlin rüber gefahren und wir haben uns UdSSR gegen die DDR angeschaut."

TAG24: Und nach der Wende 1989?

Molling: "Da habe ich mit Preußen öfters gegen Dynamo Berlin gespielt. Und 1990 bin ich zu den Junioren von Dynamo gewechselt und habe unter anderem mit Sven Felski und Moritz Schmidt die Aufstiegspartien in die Junioren-Bundesliga bestritten. Anschließend sind wir zusammen zur Junioren-EM in die Slowakei gefahren und bildeten dort einen Block."

Als Jochen Molling 1973 geboren wurde, kreuzten die die Eislöwen im offenen Stadion die Kellen. Heute ist die Arena am Fuß der Jenidze zugewachsen.
Als Jochen Molling 1973 geboren wurde, kreuzten die die Eislöwen im offenen Stadion die Kellen. Heute ist die Arena am Fuß der Jenidze zugewachsen.  © Lutz Hentschel

TAG24: Als späterer Verteidiger brachten Sie es auf über 600 DEL-Einsätze - mit gerade Mal zehn Toren...

Molling: "Ja, ich war kein Torjäger. Eher der solide defensive Verteidiger, auf den Mann sich verlassen konnte."

TAG24: Ist letzteres Ihre Maxime - verlässliche, ehrliche Arbeit abzuliefern?

Molling: "Ich bin wie ich bin. Aber die Spielweise, die wir zeigen wollen, ist nicht nur so. Eishockey ist ein Spiel voller Leidenschaft und Körperspiel. Die Zweikämpfe wollte ich schon damals gewinnen. Bei uns jetzt steht das Team im Vordergrund und Dinge müssen ehrlich angesprochen werden."

TAG24: Gehen Sie mit einer klaren Nr. 1 im Kasten in die Saison?

Molling: "Wir brauchen beide. Mit Marco Eisenhut und Sebastian Stefaniszin haben wir zwei, die auf einem guten Niveau spielen können. Der Torraum ist kleiner geworden, die Spieler werden mehr zum Kasten gehen. Dementsprechend ist es physischer geworden und es ballt sich immer mehr ums Tor herum."

TAG24: Wie heiß Ihr Saisonziel?

Molling: "Wir wollen mit unserem Kader in die Play-offs. Wie weit wir da kommen, kann man nicht sagen. Das hängt von zu vielen Faktoren ab."

TAG24: Würden Sie mit dem Viertelfinal-Aus zufrieden sein?

Molling: "Wir sind alle Sportler. Heißt wir wollen immer gewinnen."


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