Asylheim neben Schule? Eltern laufen Sturm!

Am Schulstandort an der Boxberger Straße soll ein Asylheim entstehen.
Am Schulstandort an der Boxberger Straße soll ein Asylheim entstehen.

Dresden - Ab Freitag sollen etwa 150 Flüchtlinge im Haus 1 der alten Schule Boxberger Straße einziehen. Direkt neben einen Schulflügel, der mit Kinder einer Grundschule belegt ist. Gegen diese Pläne laufen die Eltern nun Sturm. Unterstützung erhalten sie von der CDU-Stadtratsfraktion.

Das Schulgebäude an der Boxberger Straße steht bis Sommer 2016 leer. Für die Stadt ist das dringend gebrauchter Raum für ein weiteres Asylheim. Doch auf dem selben Gelände ist aktuell die 89. Grundschule untergebracht, weil ihr Stammhaus (an der Sosaer Straße) gerade saniert wird.

Der Landeselternrat teilt mit: „Die Schule, deren Funktion als Lern- und Lebensort unserer Kinder dient, ist ein besonders zu schützender Raum. Einen unkontrollierbaren Eingriff durch Dritte, ob beteiligte oder unbeteiligte Personen, stellen ein erhebliches Personen-, Gebäude-, Verantwortungs- und Rettungsrisiko bei Brand-, Katastrophen-, oder Fluchtwegmanagement dar."

Für Heike Ahnert (Mi.) von der CDU ist eine rote Linie überschritten.
Für Heike Ahnert (Mi.) von der CDU ist eine rote Linie überschritten.

Der Schulhof wird mit einem Zaun geteilt, so dass Grundschule und Hort weiter ihren eigenen Schulhof haben, teilte die Stadt mit. In sensiblen Bereichen wird ein Sichtschutz zwischen Flüchtlingsunterkunft und Schulgebäude eingerichtet.

Ein Antrag der CDU-Stadtratsfraktion, bei der Planung zur Unterbringung von Flüchtlingen zukünftig auf Schulen und daran angrenzende Sportanlagen zu verzichten, ist am Montagabend im Finanzausschuss mit den Stimmen von Linken, Grünen und SPD abgelehnt worden.

Heike Ahnert, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion hatte gefordert, dass Schulgelände nicht gemeinsam von Asylbewerbern und Schülern genutzt werden.

„Für mich wird damit eine rote Linie überschritten. Die gemeinsame Nutzung eines Schulgeländes durch Asylbewerber und (Grund)schüler ist nicht akzeptabel“, wird Ahnert auf der Facebook-Seite der CDU-Fraktion zitiert.

Am Freitag sollen die Flüchtlinge an der Boxberger Straße einziehen.
Am Freitag sollen die Flüchtlinge an der Boxberger Straße einziehen.

Auf einer Sitzung des Ortsbeirates Prohlis am Montagabend wurde unter anderem Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann von aufgebrachten Bürgern laut einem Bericht von Radio Dresden beschimpft.

Vor der Schule hatten sich auch etwa 60 teils erheblich alkoholisierte Personen eingefunden. Polizeibeamte mussten dieser Gruppe den Zugang zur Schule verwehren. In der Folge wurde die Stimmung aggressiver. Es kam zu einem Flaschenwurf auf die Beamten, wobei eine Polizistin leicht verletzt wurde.

Der Aufforderung den Ort zu verlassen, kamen die Personen nur sehr zögerlich nach. Einzelnen Rädelsführern aus der Gruppe wurden Platzverweise erteilt. In diesem Zusammenhang kam es zu weiteren Flaschenwürfen auf die Beamten.

Insgesamt mussten fünf Personen in Gewahrsam genommen werden. Im Umfeld waren durch Unbekannte zudem mehrfach Böller gezündet worden.

Insgesamt hat die Polizei in vier Fällen Ermittlungen wegen Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Daneben sind zwei Anzeigen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte sowie eine Anzeige wegen Beleidigung aktenkundig.

Fotos: Christian Essler, Ove Landgraf


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