Dresdner Forscher weiß, wie man Carbon günstiger herstellen kann

Dresden - Ultraleicht, fast beliebig formbar und trotzdem extrem stabil: Carbon gilt als Werkstoff der Zukunft.

Muhannad Al Aiti (35, r.) hält eine Spule mit Lignin-Fäden in den Händen. Neben ihm: Gert Heinrich, Doktorvater des Nachwuchs-Forschers.
Muhannad Al Aiti (35, r.) hält eine Spule mit Lignin-Fäden in den Händen. Neben ihm: Gert Heinrich, Doktorvater des Nachwuchs-Forschers.  © Rene Meinig/PR

Gerade aus Sicht der Automobilbranche. Kohlefasern haben allerdings einen Nachteil: Sie sind sehr teuer.

Die Forschungsarbeiten eines Wissenschaftlers der TU Dresden könnten das Problem schon bald lösen.

Muhannad Al Aiti (35) gelang der Durchbruch bei der Erforschung von günstigeren Carbon-Alternativen. Der gebürtige Syrer (seit 2009 in Deutschland) hat an der TU und am Dresdner Leibniz-Institut für Polymerforschung herausgefunden, wie Leichtbau-Fasern aus einem Papier-Abfallprodukt namens Lignin produziert werden können, welche den hohen Anforderungen von Automobilindustrie und Windenergie-Branche gerecht werden. "Mit einem vertretbaren Preis", betont Al Aiti.

Carbon-Fasern werden nämlich überwiegend aus Erdöl oder Pech hergestellt. Ersteres ist auf der Welt allerdings nur begrenzt vorhanden und wird eines Tages aufgebraucht sein. Seit weit über 50 Jahren versuchen Wissenschaftler daher eine Alternative zu finden. In den vergangenen beiden Jahrzehnten rückte Lignin ins Zentrum der Forschung. Das ist ein Hauptbestandteil von Pflanzenzellen und sorgt für Stabiliät bei Bäumen und Sträuchern. Und ist massenhaft vorhanden. "50 Millionen Tonnen fallen jährlich an", so Al Aiti. "Das wird meistens verbrannt, dabei steckt großes Potential in dem Stoff!"

Der Forscher reist in den nächsten Tagen zu Vortests nach Finnland, möchte dort Lignin-basierte Fasern mit einer speziellen Spinn-Technik herstellen. In Dresden fehlt dafür das notwendige Equipment.

Das braune Lignin ist laut Muhannad Al Aiti mehr als nur ein Abfallprodukt der Papierindustrie.
Das braune Lignin ist laut Muhannad Al Aiti mehr als nur ein Abfallprodukt der Papierindustrie.

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0