Dresdner Klärwerk erstickt am Müll!

Abwasser-Expertin Monika Hentze zeigt einen Container mit gefilterten Müll, der nicht in das Abwasser gehört.
Abwasser-Expertin Monika Hentze zeigt einen Container mit gefilterten Müll, der nicht in das Abwasser gehört.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Tote Ratten, tausende Feuchttücher, versiffte Tampons und Wattestäbchen platschen täglich bei der Stadtentwässerung auf ein Förderband, gefiltert aus dem Abwasser der Dresdner.

Rund sieben Tonnen Müll kommen so täglich zusammen. Das Problem: Der Abfall gehört in den Hausmüll und nicht in die Kanalisation, verstopft mit Riesenklumpen die Pumpen!

Abwasser-Expertin Monika Hentze sieht akuten Handlungsbedarf: „In der Kaditzer Kläranlage hatten wir 2015 insgesamt 2610 Tonnen Müll an der Rechenanlage. Im Jahr davor mussten wir 2174 Tonnen entsorgen.“

Studentin Lisa (22) erklärt Schülern, warum Müll nicht in die Toilette gehört.
Studentin Lisa (22) erklärt Schülern, warum Müll nicht in die Toilette gehört.

Im ersten Halbjahr 2016 sind bislang monatlich 220 Tonnen Müll am Rechen hängen geblieben - bis Jahresende werden es so mehr als 2600 Tonnen sein!

Tampons, Binden und Wattestäbchen landen schon lange in Kaditz, aber Hentze beobachtet eine gefährliche Entwicklung: „Die synthetischen Feuchttücher haben enorm zugenommen.“ Die feinen Tücher reiben sich im Abwasser auf, verklumpen und verstopfen regelmäßig die teuren Pumpen der Stadtentwässerung.

Torsten Fiedler (51), Sprecher der Stadtentwässerung, appelliert an die Dresdner: „Menschliche Ausscheidungen, Klopapier und Wasser dürfen in die Toilette. Alles andere gehört aber in den Müll!“

Die Entsorgung über‘s Abwasser kostet das Unternehmen viel Geld. Allein 2015 fielen 25.000 Euro nur für die Entsorgung an.

Fiedler hofft auf die Vernunft der Dresdner: „Die Schmutzwassergebühr in Dresden kostet 1,81 Euro je 1000 Liter. Diese Gebühr soll bis 2020 nicht angehoben werden. Die Dresdner können dafür sorgen, dass es bei den Plänen bleibt“.

Langfristig könnte das steigende Müllproblem sonst auch zu steigenden Schmutzwassergebühren führen.

Die Kläranlage in Dresden-Kaditz reinigt Wasser von 750.000 Menschen in und um Dresden.
Die Kläranlage in Dresden-Kaditz reinigt Wasser von 750.000 Menschen in und um Dresden.

Fotos: Norbert Neumann


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