Dresdner sammelt Geld für verprügelte Flüchtlingsfamilie

Erik Mickel (l.) spendete Geld und Kleidung an Zouhaier, Manar (16) und Wisal Labidi (13), bekam dafür eine Marionette.
Erik Mickel (l.) spendete Geld und Kleidung an Zouhaier, Manar (16) und Wisal Labidi (13), bekam dafür eine Marionette.

Von Bernd Rippert

Chemnitz - Dieser Angriff auf eine Flüchtlingsfamilie schlug hohe Wellen: In der Neujahrsnacht überfiel eine Gruppe rechter Jugendliche einen behinderten Mann mit seinen zwei Töchtern am Gablenzplatz. Nun ersetzten Spender der Familie den gesamten Schaden.

Die Angreifer schlugen den Tunesier Zouhaier Labidi (49) und Tochter Wisal (13) zu Boden, zertrümmerten den Rollator des Vaters, raubten einen Rucksack mit 620 Euro (MOPO24 berichtete).

Sofort meldeten sich hilfsbereite Chemnitzer, spendeten der Familie 270 Euro. Ein Nachbar schenkte einen Rollator.

Jetzt besuchte die Familie ein weiterer Spender: Der Dresdner Ergotherapeut Erik Mickel (30) ersetzte den Labidis den restlichen Schaden von 350 Euro. "Der Überfall hat mich sehr mitgenommen", sagt Mickel. "Dass Passanten beim Überfall tatenlos zusahen, gehört sich nicht."

Doch so einfach nur seine Spende übergeben konnte Erik Mickel nicht. Gerührt, mit Tränen in den Augen, schenkte ihm Zouhaier Labidi eine Marionettenpuppe - eine Handarbeit seiner Schwester aus Tunesien.

Tränen der Rührung: Zouhaier Labidi (49) bedankt sich bei Spender Erik Mickel (30).
Tränen der Rührung: Zouhaier Labidi (49) bedankt sich bei Spender Erik Mickel (30).

Fotos: Maik Börner


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