Oh, weia! DSC steht vor wichtigem Europapokal-Spiel ohne Gepäck da!

Dresden - Am Mittwochabend kämpfen sie um den Einzug in die zweite Runde des europäischen Challenge Cups, doch bevor es überhaupt losgeht, müssen die Volleyballerinnen des DSC einen ordentlichen Schock verdauen.

Gähnende Leere am Gepäckband in Dnjepropetrovsk.
Gähnende Leere am Gepäckband in Dnjepropetrovsk.  © DSC/PR

Denn das komplette Team, die Trainer, Betreuer und Begleiter stehen seit Dienstagabend ohne Gepäck da.

Gut gelaunt trat der Tross am Dienstagmorgen die Reise in Dresden an. Zunächst ging es mit dem Bus nach Berlin, von dort aus mit Ukrainian Airlines über Kiev nach Dnjepropetrovsk.

Da der Flug in Berlin verspätet startete, wurde der Anschluss in Kiev nur auf den letzten Drücker noch geschafft. Doch auf der Strecke blieb dabei das gesamte Gepäck.

Damit gingen die Probleme erst richtig los! Denn nur ein Mal am Tag kommt eine Maschine aus Kiev an, die landet am Mittwochabend - viel zu spät für den DSC, der um 19 Uhr auf dem Parkett gegen LLC SC Prometey Kamienskie stehen muss.

"Jetzt kommt auch noch hinzu, dass in Dnjepropetrovsk extremer Nebel herrscht, die Maschinen momentan nur vereinzelt starten und landen können", berichtete Geschäftsführerin Sandra Zimmermann TAG24.

Wer mit einer renommierten Airline fliegt, der ist es gewohnt, dass es in solchen Fällen Notfallkits oder sogar Shoppinggutscheine gibt. Doch Fehlanzeige!

DSC in Kamienskie: In welchen Sachen spielt das Team jetzt?

Alexander Waibl konnte es auch nicht fassen, dass nun alle ohne Gepäck dastehen.
Alexander Waibl konnte es auch nicht fassen, dass nun alle ohne Gepäck dastehen.  © Lutz Hentschel

"Wir bekamen vom Hotel eine Einmal-Zahnbürste", erklärt Zimmermann, die das Team begleitet. Doch der DSC ist durch die langjährige Erfahrung in der Champions League und dem CEV-Cup krisenerprobt.

So zogen Mannschaft und Trainer in der Ukraine los. Die "Shoppingtour" startete in einer Drogerie, um die wichtigsten Hygieneartikel zu beschaffen. Anschließend wurden Unterwäsche und T-Shirts fürs Training organisiert. "Unsere Einkaufsliste glicht der einer Großfamilie", berichtet Zimmermann.

Der mitgereiste Sponsor Christian Michel spendierte frische Trainingsshirts. Zudem ist der DSC überwältigt von der Hilfe des Gastvereins. "Eine weitere Überraschung erlebten wir kurz vor dem Training, als die gegnerischen Trainer mit frischen Shirts und Shorts für unsere Trainer zu uns kamen. Unser Physio erhielt außerdem einige Tape-Materialien u.a.", so Zimmermann.

Im Hotel wird nach der Übungseinheit die Waschmaschine auf Hochtouren laufen, um die getragenen Sachen schnell wieder sauber zu bekommen.

Zum Glück haben die Spielerinnen schon seit Jahren die Anweisung, ihre Spielkleidung mit ins Handgepäck zu nehmen. Trikot, Hose, Schuhe, Knieschützer. Eben genau für diesen Fall, dass das Reisegepäck nicht ankommt. Wer vergisst, dass Trikot einzupacken, der muss sogar in die Mannschaftskasse einzahlen.

"Die Stimmung ist trotzdem gut. Bei allem Ärger meistern wir die Situation bestmöglich", berichtet Zimmermann. Die Mannschaft ist heiß, will am Abend unbedingt ins Achtelfinale einziehen. Weiß aber, dass es schwerer werden kann als beim Hinspiel, in dem der DSC Kamienskie in der Margon Arena mit 3:0 besiegte.

DSC in der Ukraine: Nicht nur das Gepäck ist weg, auch der erste Schiedsrichter ist nicht da

Wie Sandra Zimmermann aus der Ukraine weiter berichtet, sind nicht nur Taschen verschwunden, sondern auch der erste Schiedsrichter nicht eingetroffen. "Der 1. Schiedsrichter ist nicht angekommen und wird dies auch nicht. Damit rückt der 2. Schiedsrichter aus Bulgarien nach, der von der CEV angesetzt ist. Der neue 2. Schiedsrichter wird mit einem ukrainischen Landsmann besetzt", so die Geschäftsführerin.

Bei so einem heißen Spiel ist das natürlich alles andere als ideal.

DSC: Im Achtelfinale des Challenge Cups könnte Stiinta Bacau der Gegner heißen

Ob die Taschen bis zur Abreise überhaupt in Dnjepropetrovsk ankommen, ist fraglich. Am Ende können sie am Donnerstag auf der Rückreise in Kiev gleich wieder in den Flieger nach Berlin geladen werden. Im Gepäck hat die Mannschaft dann hoffentlich auch den Einzug in die nächste Runde.

Dort würde dann höchstwahrscheinlich mit Stiinta Bacau (Rumänien) ein harter Gegner im Achtelfinale warten. Die Mannschaft spielt am Mittwoch um 17 Uhr daheim gegen Kairos Ponta Delgada (Portugal), hat das Hinspiel mit 3:0 gewonnen.

Bacau rangiert in der rumänischen Liga hinter Volei Alba Blaj und Dinamo Bukarest auf Tabellenplatz drei. Mit der Finnin Laura Philajamäki steht eine langjährige Bundesliga-Mittelblockerin im Kader.

Update, 11.46 Uhr: Die Taschen werden vor dem Spiel ankommen!

Es gibt gute Neuigkeiten: Die Gepäckstücke sind bis auf eine Tasche angekommen, werden allerdings erst rund zwei Stunden vor dem Spiel am Hotel sein.

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