DSC-Coach Alex Waibl: Darum ist er trotz besserer Angebote noch immer in Dresden

Dresden - Sechs Monate nach dem bitteren Aus im Play-off-Viertelfinale und einem enttäuschenden Platz fünf in der Meisterschaft startet der DSC am Samstag (17.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den SC Potsdam in die neue Bundesligasaison.

Alexander Waibl (links) im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Jörg Dittrich.
Alexander Waibl (links) im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Jörg Dittrich.  © Lutz Hentschel

TAG24 sprach mit Chefcoach Alex Waibl (51).

TAG24: Alle acht Testspiele in der Vorbereitung wurden gewonnen. Ihre Mannschaft dürfte also mit viel Rückenwind in die Saison starten.

Waibl: "Das ist ein schöner Aufhänger für Journalisten und Fans. Bei einem Testspiel kann es aber sein, du spielst mit der besten Aufstellung, der Gegner mit seiner zweiten Reihe. Und der Kontrahent hat zuvor vielleicht viel Krafttraining absolviert. Außerdem schaut jeder Trainer im Test nur auf sein Team. In der Bundesliga bereitest du dich taktisch auch auf den Gegner vor und er sich auf dich. Ich will damit sagen: Die acht Siege geben ein gutes Gefühl, aber man darf sie nicht zu hoch bewerten."

TAG24: In der Vorbereitung gab es neben Siegen aber auch eine schwere Krankheit und Verletzungspech...

Waibl: "Ja, wir mussten den Vertrag mit Zuspielerin Bryanna Weiskircher wegen Pfeifferschem Drüsenfieber in beiderseitigem Einvernehmen auflösen. Zudem hat sich Mittelblockerin Laura de Zwart erst vergangene Woche am Innenmeniskus im linken Knie verletzt und musste operiert werden. Es ist bitter, Laura war in sehr guter Form. Aber ich denke, dass sie in vier Wochen schon wieder fit ist. Für Bryanna haben wir mit der Kanadierin Brie O'Reilly einen sehr guten Ersatz gefunden. Allerdings mit dem Pferdefuß, dass Brie noch mit ihrer Nationalmannschaft unterwegs ist und uns in den ersten beiden Spielen fehlen wird."

Dresdner SC: Waibl mag das Wort "Königstransfer" für Lenka Dürr nicht

Alexander Waibl im Kreise seiner Neuzugänge. Beim Fototermin fehlte lediglich Zuspielerin Brie O'Reilly.
Alexander Waibl im Kreise seiner Neuzugänge. Beim Fototermin fehlte lediglich Zuspielerin Brie O'Reilly.  © Lutz Hentschel

TAG24: Unter den sieben Neuzugängen ist Lenka Dürr der Königstransfer. Welche Erwartungen knüpfen Sie an die neue Libera?

Waibl: "Das Wort Königstransfer gefällt mir nicht. Fakt ist aber, dass es etwas Besonderes ist, wenn man eine Spielerin verpflichten kann, die über so viel Erfahrung und Können verfügt. Lenka kann viel Feld in der Annahme übernehmen, arbeitet für andere mit. Sie ist stark in der Abwehr, zählt für mich zu den Besten der Welt. Lenka kann helfen, den einen oder anderen Punkt mehr zu holen. Ich erwarte von ihr, dass sie Ruhe und Energie ins Team bringt. Das alles sind auch Gründe, warum ich sie zur Stellvertreterin unseres neuen Kapitäns Mareen von Römer gemacht habe."

TAG24: Sie setzen hier wieder auf ein Duo. Warum?

Waibl: "Das hat sich einfach bewährt. Früher schon bei Myrthe Schoot und Katharina Schwabe. Mareen und Lenka drängen sich für diese Funktionen regelrecht auf."

Waibl: "Wir müssen uns vor niemandem verstecken!"

Der Trainer genießt bei einem Pressetermin die Sonne. Das sieht gelassen aus, doch er gesteht: "Ich bin dünnhäutiger geworden."
Der Trainer genießt bei einem Pressetermin die Sonne. Das sieht gelassen aus, doch er gesteht: "Ich bin dünnhäutiger geworden."  © Lutz Hentschel

TAG24: Was unterscheidet Ihre aktuelle Mannschaft von der im Vorjahr?

Waibl: "Zunächst, dass wir jetzt mit Piia Korhonen und Milica Kubura über zwei gestandene Diagonalspielerinnen verfügen. Wir haben mit Mareen und Brie zwei Zuspielerinnen, die das gleiche Tempo gehen können. Dazu haben wir eine deutlich erfahrenere Libera und fünf statt drei Außenangreiferinnen. Das Trainerteam ist in der neuen Zusammensetzung noch kompetenter geworden. Das sollte sich in der Summe auszahlen. Aber wir brauchen als Mannschaft natürlich noch Zeit für die Feinabstimmung."

TAG24: Sie gehen als DSC-Trainer in Ihre 11. Saison. Besteht da nicht die Gefahr, dass Sie sich abnutzen, vieles zur Routine wird?

Waibl: "Nein. Das einzige, was ich merke ist, dass ich in den vergangenen Jahren vielleicht etwas dünnhäutiger geworden bin. Aber Trainer zu sein, das ist etwas, das mich begeistert. Ich gestalte gern, muss mich immer wieder ein Stück neu erfinden. Ich könnte an anderer Stelle mehr verdienen, die Angebote hatte ich. Aber ich bin geblieben, bin total gern beim DSC, weil ich hier viel bewegen kann. Das macht Spaß. Ich freue mich auf die neue Saison."

TAG24: Welches Ziel hat der DSC im neuen Spieljahr?

Waibl: "Wir wollen besser sein als im Vorjahr und wieder oben angreifen. Ich wünsche mir, dass wir in jedem Spiel mit viel Begeisterung und Emotionalität auftreten. Fakt ist, dass wir uns vor niemandem verstecken müssen.

Ich denke, dass wir zu den Top-3-Vereinen in Deutschland gehören."

Mehr zum Thema DSC Damen Volleyball:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0