Mann, Frau und ... Das sagen die Deutschen zum dritten Geschlecht

Künftig soll es neben Mann und Frau noch ein drittes Geschlecht geben.
Künftig soll es neben Mann und Frau noch ein drittes Geschlecht geben.  © DPA

Berlin – Blickt man sich um in Deutschland, so ist der Alltag weitestgehend zweigeteilt: In Stellenanzeigen wird nach "m/w" gesucht. Beim Profisport und in der Mode: hier Herren, dort Damen. Bei den Kindern: rosa und hellblau. Das Bundesverfassungsgericht hat nun etwas entschieden, das manche Vorstellung ändern könnte.

Die Karlsruher Richter gaben vor rund einer Woche bekannt, dass es im Geburtenregister mit den Kategorien männlich und weiblich nicht getan ist. Eine dritte Option wie "inter" oder "divers" steht zur Debatte - oder der Eintrag des Geschlechts könnte ganz wegfallen.

Nicht mehr nur die Geschlechtsidentität von Mann und Frau soll damit anerkannt werden, sondern auch die von Menschen, die weder das eine noch das andere sind. So verwunderlich der Beschluss für Laien sein mag: In Deutschland betrifft das Thema mehrere Zehntausend Menschen.

Mann und Frau. So einfach ist es in der Realität nich immer.
Mann und Frau. So einfach ist es in der Realität nich immer.  © DPA

Ganz genaue Zahlen fehlen. Allein 80.000 intersexuelle Menschen - ohne biologisch eindeutige Geschlechtsmerkmale - soll es geben. Der Beschluss ist aber darüber hinaus auch für Menschen relevant, die sich nicht in Mann-Frau-Kategorien einordnen (lassen) möchten.

Viele Menschen in Deutschland sind laut einer Umfrage einer dritten Option im Geburtenregister gegenüber aufgeschlossen.

27 Prozent der 931 Befragten einer YouGov-Umfrage erklärten, sie fänden einen dritten Eintrag gut, weitere 22 Prozent werteten es als eher gut. Mit schlecht oder eher schlecht antworteten 23 beziehungsweise 14 Prozent. Die übrigen Teilnehmer der Umfrage machten keine Angabe.

Frauen zeigten sich häufiger aufgeschlossen für eine neue Kategorie als Männer: Die Befürworterinnen - gut und eher gut zusammengefasst - kamen auf 55 Prozent, bei den Männern lagen diese Werte insgesamt bei 43 Prozent. Vergleichsweise hoch waren die ablehnenden Antworten auch unter Menschen mit Migrationshintergrund.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte kürzlich entschieden, dass der Gesetzgeber das Geburtenregister künftig besser auf Intersexuelle zuschneiden muss. Offen ist, ob eine dritte Option neben männlich und weiblich geschaffen wird oder ob der Geschlechtseintrag ganz wegfällt.

Titelfoto: DPA


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