Sonne lässt Blutvorräte schmelzen

Vermisst derzeit viele
Stammspender: Blutbank-Chef
Dr. Matthias
Johnson (47) stellt mit seinen
Kollegen im Labor aus
einer Vollblutspende drei
Blutkonserven her.
Vermisst derzeit viele Stammspender: Blutbank-Chef Dr. Matthias Johnson (47) stellt mit seinen Kollegen im Labor aus einer Vollblutspende drei Blutkonserven her.  © Steffen Füssel

Dresden - Schönes Wetter und strahlender Sonnenschein bei hohen Temperaturen: Das Traumwetter derzeit ist Gift für Sachsens Blut-Banken. Denn im Hochsommer liegen viele Stammspender lieber an Strand oder Baggersee.

In der Sommerzeit werden regelmäßig die Blutkonserven knapp.

Francine Solarek (31) wohnt in St. Augustin (bei Bonn) und ist eigentlich im Urlaub bei ihrer Familie in Dresden.

„Ich habe die Gelegenheit genutzt, um heute das 20. Mal Blut zu spenden“, sagt die studierte Medientechnikerin. Das ist mit dem einheitlichen DRK-Spenderausweis bundesweit möglich - und derzeit auch nötig.

Der Blutkonserven-Vorrat von fünf Werktagen ist bereits auf vier Tage zusammengeschrumpft. Jetzt haben alle Angst vor einem Supersommerwetter wie im September 2016.

Spendete im Dresden-Urlaub
zum 20. Mal Blut: Francine
Solarek (31) wurde einst von
ihrer Kommilitonin an der
Fachhochschule Mittweida
vom Blutspenden überzeugt.
Spendete im Dresden-Urlaub zum 20. Mal Blut: Francine Solarek (31) wurde einst von ihrer Kommilitonin an der Fachhochschule Mittweida vom Blutspenden überzeugt.  © Steffen Füssel

„Damals herrschten zwei Wochen lang Temperaturen über 30 Grad, so dass es einen dramatischen Spenderückgang gab und wir nur noch Vorräte für einen Tag hatten“, erzählt Kerstin Schweiger (53), Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost.

„Denn Blutkonserven sind nur zwischen 35 und maximal 42 Tage haltbar.“

Um jetzt trotz Ferienwelle und Badewetter Blutspender anzulocken, bekommt noch bis zum 11. August jeder Stamm- und Neu-Spender als Dankeschön eine DRK-Kühltasche geschenkt. Ein Imbiss zur Stärkung nach der Spende ist sowieso obligatorisch.

33 Prozent aller Deutschen dürften laut der Voraussetzungen (zum Beispiel zwischen 18 und 73 Jahren alt, keine chronischen Erkrankungen wie Diabetes) Blut spenden. „In der Realität sind es aber nur drei Prozent“, sagt Schweiger. Wovor fürchten sich die anderen 30 Prozent? Schweiger: „Einige haben Angst vor dem kurzen Pieks oder denken, die Blutspende dauere sehr lange.“

Stammspenderin Francine Solarek weiß es besser: „Der Einstich ist kaum spürbar. Und nach nur sechs Minuten waren die erlaubten 500 Milliliter Blut bei mir abgezapft.“ Wer es Francine nachmachen und auch Blut spenden will - alle Termine unter: www.blutspende-nordost.de

Titelfoto: Steffen Füssel


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